Abberufener Tiroler Rektor geht mit Republik in Vergleichsgespräche

11. Februar 2013, 18:00
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Bildungsministerium stellte laut Märk-Anwalt Schadenersatzzahlung in Aussicht

Innsbruck - In der Causa des von Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) abberufenen, designierten Rektors der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT), Elmar Märk, soll es nach der am Montag in Innsbruck stattgefundenen ersten Runde im Arbeitsgerichtsprozess Vergleichsgespräche mit der beklagten Partei, der Republik Österreich, geben. Dies sagte Märks Anwalt Thomas Praxmarer der APA und bestätigte damit einen Bericht des ORF Tirol.

Vonseiten des Ministeriums sei in der Verhandlung erklärt worden, dass man sich eine Schadenersatzzahlung an Märk vorstellen könne. "Es wurde uns zugesagt, dass ein entsprechendes Angebot unterbreitet wird", erklärte der Jurist und fügte hinzu, dass dies bis zum 10. März vorgesehen sei.

Schadenersatz

Märk hatte auf die Aushändigung des schriftlichen Dienstvertrags als Rektor geklagt und gefordert, dass seine Abberufung als rechtsunwirksam erklärt werde. Als Schadenersatz habe man die Zahlung der "Brutto-Monatsdifferenz" in der Höhe von 779 Euro gefordert, erläuterte Praxmarer. Diese habe 14 mal jährlich bis zu einer Pensionierung Märks sowie darüber hinaus zu erfolgen, sagte der Anwalt.

Sollte das Angebot des Bildungsministeriums ausreichend sein, werde er seinem Mandanten einen Vergleich empfehlen. Schließlich gleiche eine solche Zahlung einem Schuldeingeständnis der Republik. "Elmar Märk geht es nicht nur um die Zahlung. Er will voll und ganz rehabilitiert werden", erklärte Praxmarer. Für den Fall des Nichtzustandekommens des Vergleichs sei laut dem Juristen eine nächste Verhandlung für den 22. April angesetzt.

Märk war als designierter PH-Rektor von Schmied Ende Juli 2012 noch vor seinem Amtsantritt am 1. Oktober abberufen worden. Grund dafür war ein APA-Interview, in dem er sich für die langfristige Integration der Lehrerausbildung in die Universitäten ausgesprochen hatte. Die Bildungsministerin sprach danach von einem "massiv gestörten Vertrauensverhältnis". (APA, 11.2.2013)

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