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Tritt Joseph Ratzinger am 28. Februar wie angekündigt von seinem Amt als Papst zurück, war er 2.872 Tage lang Benedikt XVI. - also rund 7,86 Jahre. Damit liegt er weder im oberen noch im unteren Spitzenfeld. Längstdienender Papst ist Pius IX., der fast 32 Jahre lang Papst war. Vor ihm würde Petrus liegen. Es gibt aber keine genaue Zahlen. Der erste Jünger Jesu dürfte von 33 bis 66/67 die römisch-katholische Kirche angeführt haben. Auch Gegenpäpste wurden in dieser Aufzählung nicht berücksichtigt.
Vor seinen direkten Amtsvorgängern muss sich Benedikt XVI. nicht verstecken. Von den letzten zehn Päpsten liegen Benedikt XV., Johannes XXIII. und Johannes Paul I. hinter ihm. Letzterer übte das Amt nur 33 Tage aus, das Jahr 1978 ging damit als "Dreipäpstejahr" in die Geschichte ein. Im Gesamt-Amtszeiten-Ranking liegt Benedikt XVI. mit seinen 2872 Tagen im oberen Mittelfeld - der Median liegt bei etwa 1950 Tagen. So genau lässt sich das leider nicht bestimmen, da von einigen Päpsten nicht bekannt ist, wann genau sie ihr Amt ausgeübt haben.
Joseph Ratzinger hat auch geholfen, den Papstnamen "Benedikt" auf Platz zwei der begehrtesten Papstnamen zu hieven. Durch ihn liegen nun Benedikt und Gregor gleichauf. Bis Johannes eingeholt wurde, dauert es aber noch ein Zeiterl.
Nur einmal vergeben wurden - so sagt zumindest die Wikipedia - Petrus, Linus, Anaklet, Evaristus, Telesphorus, Hyginus, Anicetus, Soterus, Eleutherus, Zephyrinus, Pontianus, Anterus, Fabianus, Cornelius, Dionysius, Eutychianus, Cajus, Marcellinus, Eusebius, Miltiades, Marcus, Liberius, Siricius, Zosimus, Hilarius, Simplicius, Symmachus, Hormisdas, Silverius, Vigilius, Sabinianus, Severinus, Vitalian, Donus, Agatho, Konon, Sisinnius, Konstantin, Zacharias, Valentin, Formosus, Romanus und – dabei wäre dieser Name besonders schön – Lando. Und ja, das liest sich nur zufällig wie der Taufschein des deutschen Ex-Ministers Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg.
"Seine Worte waren liebenswert, aber selten kraftvoll und wirksam", resümiert Gerhard Mumelter über Ratzingers Amtszeit. Als Benedikt XVI. hat er drei päpstliche Enzykliken verfasst. Vergleicht man diese Zahl mit seinen Vorgängern, so hat lediglich Johannes Paul I. weniger verfasst - gar keine. Der war aber auch nur 33 Tage im Amt. Trotzdem kann man hier festhalten: Das Wirken eines Menschen lässt sich nur selten in Zahlen ausdrücken. (flog, derStandard.at, 11.2.2013)
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Reformstau, Krise, Konflikte ... Das in der medialen Öffentlichkeit vielfach gezeichnete Negativbild Benedikts XVI. blendet wesentliche Charakteristika seiner Amtszeit aus. Der radikale Machtverzicht des Papstes sollte manche Kritiker eines Besseren belehren.
Der Schritt von Benedikt XVI. gibt Anlass zur Hoffnung auf Kirchenreformen
- Wieviele Kinder wurde von seinen Leuten während seiner Amtszeit missbraucht
- Wieviele Pädophile hat er gedeckt?
- Wieviele Frauen wurden von seinen Leuten während seiner Amtszeit geschwängert?
- Wieviele Millionen Schwarzgeld wurden in der Vatikanbank während seiner Amtszeit gewaschen?
- Wieviele Menschen haben sich (v.a. in seinem Hoffnungsgebiet Afrika) mit HLV infiziert?
- Und die einzige Erfolgszahl: Wieviele Menschen haben begonnen, selbstständig zu denken und sind aus der Kirche ausgetreten?
- Hat die Exkommunikation eines Holocausleugnenden und Antisemitischen Bischofs aufgehoben
- Hat öffentlich behauptet, Kondome würden in Afrika die Ausbreitung von AIDS fördern.
- Hat Kindesmissbrauch gedeckt
- Hat nach den Skandalen in Irland behauptet, die Abwendung der Menschen von der Kirche wäre dafür verantwortlich.
- Frauen den Zugang zu Priesterämtern verweigert.
- Die Meinung vertreten dass die Kirche oberste Instanz in allen Fragen der Sexualität und Fortpflanzung sein sollte, für Gläubige und Nicht-Gläubige.
Hab ich irgendwas vergessen?
Diese Formulierung ist wohl in doppelter Hinsicht falsch: 1) wird der Papstname nicht vergeben, sondern vom Gewählten selbst ausgesucht und 2) sind gerade jene Namen, die oben genannt werden zum überwiegenden Teil die Eigennamen der Gewählten, die sie bereits vor der Wahl trugen. Spezielle Papstnamen werden (mit einer Ausnahme im 6. Jh.) erst seit dem 10. Jh. angenommen.
wie geht das jetzt eigentlich weiter? was passiert mit dem ring, welche farben trägt er künftig, darf er sein mützerl behalten, gibt’s rote prada für expäpste oder trägt man als 85jähriger cardinal in castelgandolfo jesusschlapfen? wie sieht sein neues briefpapier aus? wie heißt er jetzt überhaupt? usw …
Das mit dem Ring würde mich auch interessieren.
Es gibt bei Benedikt zwei Fischerringe, einen moderner gestalteten und einen traditionelleren.
http://www.dieter-philippi.de/de/klerik... es-papstes
Was nun speziell mit dem genützten Ring tatsächlich passiert, ob er zerschlagen wird oder ob er ihn als Bischofsring behält, darüber gibt es noch keine klaren Informationen.
Finde ich eigentlich nicht. Da waren schon die Berichte über Schavans oder Guttenbergs Rücktritt eigentlich übertriebener. Von den ach so wichtigen "Rücktritten" irgendwelcher SportlerInnen ganz zu schweigen. Oder gar gemessen an Dinge wie dem sinnlosen Stratosphärensprung.
Es geht um ein Staatsoberhaupt, es geht um das Oberhaupt der größten religiösen Organisation und es geht um ein Ereignis, das es so erst zum zweiten Mal überhaupt gibt, mit bedeutdsamen Implikationen für die Zukunft. Das ist schon Weltgeschichte, wohl noch mehr als etwa die Wahl Obamas. Dass man derzeit nicht viele relevante und gesicherte Infos hat, ist ein anderes Thema.
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