Verständnis und Respekt für die Entscheidung Ratzingers

11. Februar 2013, 15:03

Politiker und Vertreter anderer Glaubensgemeinschaften zollen Joseph Ratzinger Respekt für seine Entscheidung, nicht mehr länger Papst sein zu wollen

Rom/München/Jerusalem - Die Rücktritts-Entscheidung von Papst Benedikt XVI. hat auch den Vatikan unerwartet getroffen. "Es hat uns überrascht", sagte ein Vatikan-Sprecher am Montag. Der Papst habe den Entschluss aus freien Stücken und ohne Druck von außen gefasst.

Merkel: Entscheidung verdient höchsten Respekt

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Benedikt ihren Respekt für die Entscheidung aus, sein Amt am Ende des Monats aus Alters- und Gesundheitsgründen aufzugeben. "Wenn der Papst selbst jetzt nach reiflicher Prüfung zum Entschluss gekommen ist, seine Kraft reiche nicht mehr für die Ausübung des Amtes, so hat das meinen allerhöchsten Respekt", sagte die CDU-Vorsitzende am Montag. Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber bezeichnete Benedikt als "größten Sohn Bayerns".

Merkel würdigte, dass Benedikt den Dialog der Kirchen gefördert sowie Juden und Muslimen die Hand gereicht habe. Seine Rede vor dem Deutschen Bundestag im Jahr 2011 sei eine Sternstunde des Parlaments gewesen.

Seehofer: Deutschland hat ihm viel zu verdanken

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bedauert den Rücktritt. "Die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. verdient größten Respekt, auch wenn ich sie persönlich zutiefst bedauere", sagte der CSU-Chef. "Mit seiner charismatischen Ausstrahlung und seinem unermüdlichen Einsatz für das Wohl der Kirche hat der Papst aus Bayern die Menschen in aller Welt begeistert. (...) Wir sind stolz auf das Pontifikat von Papst Benedikt XVI.", sagte Seehofer. "Deutschland und Bayern haben ihm unendlich viel zu verdanken."

Gauck: Benedikt öffnete Nichtkatholiken weg zu Glauben

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck zollte Benedikt Respekt. "Für diesen historisch höchst seltenen Entschluss sind großer Mut und Selbstreflexion nötig", sagte Gauck. "Beides findet meinen außerordentlichen Respekt." Er würdigte vor allem, dass der Papst mit seiner einfachen Sprache auch Nichtkatholiken den Weg zum Glauben geöffnet habe. Zudem lobte er Benedikts Dialogbereitschaft mit anderen Religionen und gesellschaftlichen Gruppen. "Papst Benedikt begriff den kritischen und konstruktiven Dialog zwischen Vernunft und Glauben als eine zentrale intellektuelle Aufgabe der Gegenwart. Und er selbst hat unermüdlich dazu beigetragen."

Gauck hob die besondere Bedeutung Benedikts für Deutschland hervor. "Denn dass ein Deutscher die Nachfolge von Johannes Paul II. antrat, war von historischer Bedeutung für unser Land." Benedikt habe Verantwortung für die Welt gehabt, sich aber stets seiner Heimat verbunden gefühlt.

Oberrabbiner lobt Beziehungen zwischen Religionen

Israels Oberrabiner Yona Metzger lobt die Verdienste Benedikt im Dialog zwischen den großen Religionen. "Während seiner Amtszeit gab es die besten Beziehungen zwischen der Kirche und dem Oberrabbinat. Wir hoffen, dass sich das fortsetzt", ließ Metzger über seinen Sprecher ausrichten. "Er verdient ein hohes Ansehen für den Ausbau der interreligiösen Verbindungen zwischen Judentum, Christentum und Islam." Metzger wünschte dem Papst "viel Gesundheit und ein langes Leben". 

Erzbischof von Canterbury äußert Verständnis

Justin Welby, Erzbischof von Canterbury und Oberhaupt der anglikanischen Kirche mit ihren 80 Millionen Gläubigen, äußerte sein Verständnis für die Entscheidung. "Wir haben heute Morgen mit schwerem Herzen, aber großem Verständnis die Entscheidung des Papstes aufgenommen, die Bürden des Amtes als Bischof von Rom abzulegen, eines Amtes, das er mit großer Würde, Einsicht und Mut ausgefüllt hat", sagte er. "Wir beten, dass Gott ihn im Ruhestand mit Gesundheit und Frieden beschenkt, und wir vertrauen die dem Heiligen Geist an, die nun die Verantwortung übernehmen, seinen Nachfolger zu wählen."

Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: Große menschliche Geste

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte: "In der Stunde, in der seine Kräfte zu gering werden, um der Kirche den erforderlichen Dienst zu erweisen, legt er dieses Amt zurück in Gottes Entscheiden." Das sei "eine große menschliche und religiöse Geste". (APA/Reuters, 11.2.2013)

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10 Postings
Respekt.

ich glaube er hat sich verliebt und weil sich das nicht mit seinem Amt verträgt, tritt er zurück.
Das verdient den höchsten Respekt!

alles klar

der resturlaub ist am 28.02. aufgebraucht.

Wer auch immer Nachfolger wird:

Durch diesen Schritt hat ihm B. XVI schon einmal erleichtert, das Amt anzunehmen, weil der "Bann" gebrochen ist, dass ein Papst bis zum wortwörtlichen Umfallen im Amt bleiben muss.
Ein verantwortungsvoller Schritt, der Lebenserwartung im 3. Jahrtausend (in großen Teilen der Welt zumindest) angemessen - und wohl auch der Erwartung Vieler, die sich an das Ende der Amtszeit von JP II erinnern.

Sie meinen,es war die erste moderne Handlung,

die Papst Benedikt gesetzt hat? Vielleicht könnte sich der nächste Papst dadurch ein wenig mehr Mut "erlauben".

1. Nein, ganz profanes Beispiel: Er twittert ...

... (im Gegensatz zu mir, jüngeren Jahrgangs) und
2. ja, hoffentlich!

"In der Stunde, in der seine Kräfte zu gering werden, um der Kirche den erforderlichen Dienst zu erweisen, legt er dieses Amt zurück in Gottes Entscheiden."

Das glauben die einen, die anderen glauben das nicht. Denn es setzt voraus, dass dieses Amt in Gottes Entscheiden liegt. :)

der Papst geht in Pesion,

Hansi Hinterser ist nicht mehr im ORF:
Ich glaube, das wird ein schwieriges Jahrtausend....

neu

da scheint sich etwas zu bewegen im neuen jahrtausend! ein papst zeigt seine menschliche seite und damit seine grenzen, dies könnte für solch ein system in seiner grundaussage mehr bewirken, als zum jetzigen zeitpunkt vorhersehbar!

verständnis und respekt

oder eher

FREUDE und ERLEICHTERUNG?

von allem etwas.

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