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Rom/München/Jerusalem - Die Rücktritts-Entscheidung von Papst Benedikt XVI. hat auch den Vatikan unerwartet getroffen. "Es hat uns überrascht", sagte ein Vatikan-Sprecher am Montag. Der Papst habe den Entschluss aus freien Stücken und ohne Druck von außen gefasst.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Benedikt ihren Respekt für die Entscheidung aus, sein Amt am Ende des Monats aus Alters- und Gesundheitsgründen aufzugeben. "Wenn der Papst selbst jetzt nach reiflicher Prüfung zum Entschluss gekommen ist, seine Kraft reiche nicht mehr für die Ausübung des Amtes, so hat das meinen allerhöchsten Respekt", sagte die CDU-Vorsitzende am Montag. Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber bezeichnete Benedikt als "größten Sohn Bayerns".
Merkel würdigte, dass Benedikt den Dialog der Kirchen gefördert sowie Juden und Muslimen die Hand gereicht habe. Seine Rede vor dem Deutschen Bundestag im Jahr 2011 sei eine Sternstunde des Parlaments gewesen.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bedauert den Rücktritt. "Die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. verdient größten Respekt, auch wenn ich sie persönlich zutiefst bedauere", sagte der CSU-Chef. "Mit seiner charismatischen Ausstrahlung und seinem unermüdlichen Einsatz für das Wohl der Kirche hat der Papst aus Bayern die Menschen in aller Welt begeistert. (...) Wir sind stolz auf das Pontifikat von Papst Benedikt XVI.", sagte Seehofer. "Deutschland und Bayern haben ihm unendlich viel zu verdanken."
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck zollte Benedikt Respekt. "Für diesen historisch höchst seltenen Entschluss sind großer Mut und Selbstreflexion nötig", sagte Gauck. "Beides findet meinen außerordentlichen Respekt." Er würdigte vor allem, dass der Papst mit seiner einfachen Sprache auch Nichtkatholiken den Weg zum Glauben geöffnet habe. Zudem lobte er Benedikts Dialogbereitschaft mit anderen Religionen und gesellschaftlichen Gruppen. "Papst Benedikt begriff den kritischen und konstruktiven Dialog zwischen Vernunft und Glauben als eine zentrale intellektuelle Aufgabe der Gegenwart. Und er selbst hat unermüdlich dazu beigetragen."
Gauck hob die besondere Bedeutung Benedikts für Deutschland hervor. "Denn dass ein Deutscher die Nachfolge von Johannes Paul II. antrat, war von historischer Bedeutung für unser Land." Benedikt habe Verantwortung für die Welt gehabt, sich aber stets seiner Heimat verbunden gefühlt.
Israels Oberrabiner Yona Metzger lobt die Verdienste Benedikt im Dialog zwischen den großen Religionen. "Während seiner Amtszeit gab es die besten Beziehungen zwischen der Kirche und dem Oberrabbinat. Wir hoffen, dass sich das fortsetzt", ließ Metzger über seinen Sprecher ausrichten. "Er verdient ein hohes Ansehen für den Ausbau der interreligiösen Verbindungen zwischen Judentum, Christentum und Islam." Metzger wünschte dem Papst "viel Gesundheit und ein langes Leben".
Justin Welby, Erzbischof von Canterbury und Oberhaupt der anglikanischen Kirche mit ihren 80 Millionen Gläubigen, äußerte sein Verständnis für die Entscheidung. "Wir haben heute Morgen mit schwerem Herzen, aber großem Verständnis die Entscheidung des Papstes aufgenommen, die Bürden des Amtes als Bischof von Rom abzulegen, eines Amtes, das er mit großer Würde, Einsicht und Mut ausgefüllt hat", sagte er. "Wir beten, dass Gott ihn im Ruhestand mit Gesundheit und Frieden beschenkt, und wir vertrauen die dem Heiligen Geist an, die nun die Verantwortung übernehmen, seinen Nachfolger zu wählen."
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte: "In der Stunde, in der seine Kräfte zu gering werden, um der Kirche den erforderlichen Dienst zu erweisen, legt er dieses Amt zurück in Gottes Entscheiden." Das sei "eine große menschliche und religiöse Geste". (APA/Reuters, 11.2.2013)
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Durch diesen Schritt hat ihm B. XVI schon einmal erleichtert, das Amt anzunehmen, weil der "Bann" gebrochen ist, dass ein Papst bis zum wortwörtlichen Umfallen im Amt bleiben muss.
Ein verantwortungsvoller Schritt, der Lebenserwartung im 3. Jahrtausend (in großen Teilen der Welt zumindest) angemessen - und wohl auch der Erwartung Vieler, die sich an das Ende der Amtszeit von JP II erinnern.
"In der Stunde, in der seine Kräfte zu gering werden, um der Kirche den erforderlichen Dienst zu erweisen, legt er dieses Amt zurück in Gottes Entscheiden."
Das glauben die einen, die anderen glauben das nicht. Denn es setzt voraus, dass dieses Amt in Gottes Entscheiden liegt. :)
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