Papst Benedikt XVI. tritt zurück: "Meine Kräfte reichen nicht mehr"

11. Februar 2013, 16:50
  • Der Papst gibt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen auf.
    foto: ap photo/gregorio borgia, file

    Der Papst gibt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen auf.

  • Papst Benedikt XVI., geboren am 16. April 1927.
    foto: epa/claudio peri

    Papst Benedikt XVI., geboren am 16. April 1927.

85-Jähriger verlässt sein Amt am 28. Februar - Erster freiwilliger Amtsverzicht eines Pontifex maximus

Papst Benedikt XVI. wird am 28. Februar als Oberhaupt der katholischen Kirche zurücktreten. Das kündigte der gebürtige Deutsche Joseph Ratzinger am Montag beim Konsistorium für die Seligsprechung von zwei süditalienischen Märtyrern an. Als Grund nannte der 85-Jährige gesundheitliche Überlegungen: Die Kräfte würden angesichts seines Alters nicht mehr reichen. Im März wird die Konklave zusammentreten, die den neuen Papst zu wählen hat. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi zeigte sich zuversichtlich, dass bis Ostern ein neuer Papstgewählt werde. Benedikt werde keine Rolle im Konklave spielen. Auch in der Zeit, in dem der Stuhl Petri vakant sein werde, soll der Papst keine Funktion ausüben.

Laut Radio Vatikan erklärte der Papst, dass "meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben". "Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013 um 20 Uhr der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird."

Künftig will Ratzinger "im Gebet dienen"

In Kanon 332, Absatz zwei des Kirchenrechts ist der Rücktritt eines Papstes geregelt. Ein Papst kann, wann immer er will und ohne irgendjemanden um Erlaubnis zu fragen, zurücktreten. In Zukunft wolle Ratzinger "der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen".

Papst-Bruder berichtet

"Das Alter drückt", sagte Papst-Bruder Georg Ratzinger am Montag der Nachrichtenagentur dpa: Sein Arzt habe dem Papst geraten, keine transatlantische Reisen mehr zu unternehmen. Auch das Gehen bereite seinem Bruder zunehmend Schwierigkeiten.

Sodano: "Blitz aus heiterem Himmel"

Als "Blitz aus heiterem Himmel" bezeichnete der ehemalige vatikanische Generalsekretär, Kardinal Angelo Sodano, den Rücktritt Benedikts. Der scheidende italienische Premier Mario Monti reagierte geschockt: "Ich bin von dieser unerwarteten Nachricht erschüttert." Die deutsche Regierung bekundete "den allerhöchsten Respekt für den Heiligen Vater, für seine Leistung, für seine Lebensleistung für die katholische Kirche", wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte.

Seit 1294 kein Rücktritt eines Papstes mehr

In der Kirchengeschichte trat erst ein einziger Papst, Coelestin V., wenige Monate nach seiner Wahl 1294 aus Gewissensgründen zurück. Sein Nachfolger Bonifaz VIII. ließ ihn einsperren, er starb 1296 in Gefangenschaft. Benedikt XVI. ist der erste Papst, der freiwillig zurücktritt. Der Vatikan will nun "so schnell wie möglich" einen Nachfolger küren.

Ruhesitz vorerst im Castel Gandolfo

Ratzinger wird sich nach dem Ende seines Pontifikats nach Castel Gandolfo zurückziehen. Hier werde er auf das Ende der Restaurierungsarbeiten eines ehemaligen Klausurklosters im Vatikan warten, wo er künftig leben wird, berichtete Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. Der Vatikan-Sprecher schloss aus, dass eine Krankheit den Papst zum Rücktritt bewogen habe. "Er hat klar gesagt, dass er wegen seines fortgeschrittenen Alters in den letzten Monaten an Kraft verloren hat", betonte Lombardi. Der Vatikan-Sprecher beteuerte, es habe keine Anzeichen von Depression oder Entmutigung seitens des Papstes gegeben. "Ich persönlich habe größte Bewunderung für die Geste des Papstes, für den Mut, die Geistesfreiheit und das große Bewusstsein für die Verantwortung seines Amts", so Lombardi.

Als Favorit für die Nachfolge Papst Benedikts gilt der ghanaische Bischof Peter Turkson. Ratzinger war im April 2005 zum 265. Papst gewählt worden. Zuvor war er als Kardinal Präfekt der Glaubenskongregation. (Reuters/APA/red, derStandard.at, 11.2.2013)

 

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Schade, dass es grundsätzlich keine (regulären) Sedisvakanz-Euromünzen mehr geben darf. Wäre interessant, ob man die diesmal geprägt hatte.

Mein Tipp für die Nachfolge: Stronach. Denn der kann eine Firma leiten, warum dann nicht auch eine Weltreligion?

Glauben, Glauben, Glauben!!

An Unfehlbarkeit mangelt es auch nicht.

und die wohrheit ist er auch

Und er könnte endlich öffentlich reden ohne ständig unterbrochen zu werden!

Senil genug wäre er ja ...

Genau, die Werte hat er ja gepachtet!

die erste..

vernünftige entscheidung...

Hab aus Quellen erfahren:

Paul Scharner machts.

Weiss das Paul Scharner 2.0 auch?

Ich könnte mir vorstellen die Vatikante Position zu übernehmen ;-)

Qualifiziert dich deine Erfolgsquote bei Frauen für den Job?
(Hehehe...)

Schuller for Pontifex

Wer gründet die Facebook-Gruppe?

Warum einen neuen Papst?

Einfach den alten auf Tonband aufnehmen und bei Bedarf abspielen.

Ändern tut sich ja eh nichts.

Zeit für den letzten Papst!

Siehe: Prophezeiungen des Malachias

schau ma amol

ob "der römer" kommt

Interessant.

Ein guter Tipp für die Mittagspause.

Ich bewerbe mich jetzt einmal für den Job, dann löse ich den Verein auf und gebe das ganze Kirchengold an die millionen und abermillionen Nachfahren der durch die Kirche Verfolgten und ums Leben gekommenen als kleine Entschädigung zurück.

Wenn du männlich und Mitglied in der kath. Kirche bist, kannst du dich tatsächlich bewerben.

Männlich bin ich, muss nur gschwind wieder eintreten.

ich würd mich eher für die bibliothek interessieren

schon interessant...nicht mal für irgendwelche ideale sterben tut er, der rattlinger

wenn er aus irgendwelchen idealismen zurücktritt, sollte er diese auch benennen

das wär was

zum bewerben fürn nö landesfürsten pröll...die frisur und s kleinkarierte tät schon passen!
ganz österreich würde aufatmen, würde der dorthin beruflich mit all seinen giebelkreuzern als ministranten auswandern...

^^

wie wärs mit einer Frau als Nachfolger? ...vielleicht eine Schwarze?....

mit

jüdischer Mutter und moslemischem Vater.

aber bis das passiert, ist das Pabsttum irrelevant, da zu diesem Zeitpunkt die Hölle bereits zugefrorern ist.

Maria Fekter als Papst? Jawohl, dann sammas endlich los...

(PS: Ja ich weiss, es war anders gemeint...)

... und lesbische?

Ursula Stenzl?

Wieviel bekommt er als Pension?

das progressivste

seiner amtszeit!

Wer wohl Christoph Schönborn nachfolgen wird, wenn er Papst geworden ist...

Michael Spindelegger

Wir sind Pensionist!

na, dann sind wohl bereits alle Vorkehrungen getroffen ...

... dass die rk. Kirche ihren erzreaktionären, das Wesen des Menschen verachtenden Weg auch weiterhin fortsetzt - unabhängig davon, wer dann bei weißem Rauch vom Balkon des Petersplatz winkt!

Hoffe nur, dass diese blöde Geschichte...

...vom letzten Papstbesuch in Österreich nicht schuld war, die völlig unter gegangen ist - siehe 2. Artikel auf: http://www.landimstrome.at/

LG!

Respekt!

Viel wurde Ratzinger kritisiert, als er das Amt antrat und auch während seiner Amtsführung. In der Regel zu Recht.
Dennoch gebührt ihm jetzt Respekt. Der Rücktritt aus einem Amt, aus der noch nie jemand freiwillig zurückgetreten ist, ist ein sehr schwerer Schritt, auch wenn er Krankheitsbedingt ist.
Außerdem eröffnet er nun die Möglichkeit für folgende Päpste in Pension zu gehen, was langfristig sogar zu einer Verjüngung der Päpste führen könnte.

noch nie ...

stimmt nicht.

1x schon! 1294! Aber ich vergebe ihnen, daran können sie sich wohl nicht mehr erinnern :-)

...

da kommt mir ja glatt Habemus Papam von Nanni Moretti in den Sinn :)

Und jetzt...Spitzenkandidat beim Team Stronach?

will mich zwar nicht aufdrängen..

..wenn es aber unbedingt sein muss steh ich zur Verfügung.

Sie würden sich

allen ernstes zum Priester (und dann zum Bischof) weihen lassen? ;-)

Auch wenn ich nix von der Kirche halte, eine solche Entscheidung ist wirklich nachzuvollziehen weil zuckerschlecken ist dieser Job keines (auch wenn er sich selbst dazu entschieden hat), ständig Termine und von A nach B reisen ist für einen älteren Menschen nicht mehr mit links zu bewältigen.

ob das ein freiwilliger schritt war?????

andererseits ist schon lange, bei diversen auftritten, ersichtlich, dass er nicht mehr in der lage ist die gegebenheiten zu beurteilen und danach zu handel.

hoffe, dass ein junger nachfolger gewählt wird, der in der lage ist sich gegen die vatikanische mafia durchzusetzen und die rk von grund auf zu reformieren.

es wäre allerhöchste zeit!

glaube kaum, dass so ein Kandidat eine Mehrheit im Konklave finden würde...

sehr unwahrscheinlich sie haben recht

aber villeicht gibt es diesen heiligen geist doch?

"andererseits ist schon lange, bei diversen auftritten, ersichtlich, dass er nicht mehr in der lage ist die gegebenheiten zu beurteilen und danach zu handel. "

Das war bei Johannes Paul II. offenbar auch kein entscheidendes Kriterium, denn der war in seinen letzten vier bis fünf Amtsjahren mehr Zombie als Papst. Hinter dem Ratzinger-Rücktritt steckt sicher noch mehr...

Haha! Twitter unter #Papst ist gerade toll zum ansehen!

Sogar im Vatikan ist die Rücktrittskultur stärker ausgeprägt als hierzulande

Ist richtig, und eine deutliche Verbesserung.

Wer man bedenkt wie der Vorgänger nicht abgetreten und im Amt armselig verendet ist - ob im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, sei dahingestellt.

EINES ZEIGT DIESE "POSTINGFLUT" GANZ DEUTLICH...

die sich nach aussen hin der katholischen kirche sehr kritisch und ablehnend äussernde jugend, dürstet nach Gott und der Seelsorge.
Papst Bendykt XVI hat eine gute basis gelegt, seinem nachfolger sei es beschieden diese leute zu gott zurückzuführen!

Posting 1326 bis 1375 von 2105

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