Diabetes Typ II: Gleich nach dem Spritzen essen

11. Februar 2013, 15:15
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Blutzuckerspiegel bleibt stabil - Lebensqualität erhöht sich

Jena - Rund 600.000 Österreicher leiden unter Diabetes, 500.000 davon unter dem Typ II. Bei dieser Variante ist der Blutzuckerwert anfänglich nur nach Mahlzeiten stark erhöht, später dann bleibend. Zu Beginn der Erkrankung ist eine Ernährungsumstellung als therapeutische Option ausreichend, zu einem späteren Zeitpunkt werden blutzuckersenkende Tabletten erforderlich.

Nach einer Krankheitsdauer von etwa 10 Jahren reicht das Insulin, das die körpereigene Bauchspeicheldrüse produziert, nicht mehr aus und die Betroffenen benötigen Insulininjektionen, die den Blutzucker senken. Bisher wurde darauf hingewiesen nach dem Spritzen von Insulin 20 bis 30 Minuten bis zur nächsten Mahlzeit zu warten. Eine neue Studie von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena (UKJ) zeigt, dass Patienten auch unmittelbar nach der Injektion von Normalinsulin essen können, ohne dass der Blutzuckerspiegel stark ansteigt.

Ein Forschungsteam um Studienleiterin Nicolle Müller aus dem Funktionsbereich Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen der Klinik für Innere Medizin III am UKJ und Thomas Frank aus Merseburg untersuchte, ob ein zeitlicher Abstand zwischen der Injektion von Humaninsulin und einer Mahlzeit bei Patienten der Diabetes Typ II relevant ist. Humaninsulin ist ein kurzwirksames Insulin, das künstlich hergestellt wird und dem menschlichen Insulin chemisch ident ist.

Konstanter Langzeitzucker

Die 100 Probanden mit Diabetes Typ 2 waren zwischen 40 und 80 Jahre alt und wurden für die Crossover-Studie in zwei Untersuchungsgruppen eingeteilt: "49 Probanden der ersten Gruppe wurden vier Wochen lang untersucht, wie sich ein Spritz-Ess-Abstand von 20 Minuten auswirkt, in den anderen vier Wochen aßen sie gleich nach der Injektion", so Müller. Bei der zweiten Gruppe mit 51 Probanden wurde der gleiche Versuch durchgeführt, nur in umgekehrter Reihenfolge.

Untersucht wurden der Langzeitwert HbA1c, das Blutzuckerprofil, Anzeichen einer Unterzuckerung, Lebensqualität und die Behandlungszufriedenheit. "Der Langzeitwert HbA1c-Wert schwankte um 0,08 Prozen und blieb damit nahezu konstant, unabhängig davon, ob gewartet oder gleich gegessen wurde. Dieses Ergebnis erleichtert den Patienten mit Diabetes Typ II den Alltag und verbessert die Therapietreue", so Müller.

"Auch das Vorkommen einer leichten Unterzuckerung wurde nicht sichtbar von einem Spritz-Ess-Abstand beeinflusst. Das Blutzuckerprofil zeigte ebenfalls keine Unterschiede", sagt Müller. "Sogar rund 87 Prozent unserer Probanden möchten lieber auf den Spritz-Ess-Abstand verzichten. Sie waren ohne Pause deutlich zufriedener mit der Behandlung", erklärt die Studienleiterin. (red, derStandard.at, 11.2.2013)

 

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    Gleich nach dem Spritzen essen - Für Diabetiker eine Erleichterung.

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