Telekom-Prozess - Ex-Festnetzvorstand Fischer über 500.000 Euro geständig

11. Februar 2013, 11:26
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Verteidiger: Aber Millionen aus Mitarbeiterprogramm kein Schaden im Sinne der Untreue

Der Hauptangeklagte im Telekom-Prozess, Ex-Festnetzvorstand Rudolf Fischer, hat heute über seinen Anwalt Wolfgang Brandstetter vor Gericht ein Teilgeständnis abgelegt - allerdings nur über einen Betrag 500.000 Euro von dem angeklagten Untreuevorwurf über mehr als 10 Mio. Euro. Eine Zahlung an den Broker Johann Wanovits über 500.000 Euro habe Fischer eingestanden und mittlerweile auch zurückgezahlt. Das sei in seiner Verantwortung geschehen "und das tut ihm auch leid", sagte der Verteidiger in Beantwortung der Anklage.

"Mittelbarer Schaden"

Der Schaden durch das Mitarbeiter-Prämienprogramm - laut Anklage über 8 Mio. Euro - könne aber nicht als Untreueschaden betrachtet werden, denn er sei nur eine Art "mittelbarer Schaden" und nicht unmittelbar durch rechtsgeschäftliche Handlung des Angeklagten hervorgerufen, argumentierte Brandstetter. Das sei nämlich die Voraussetzung für Untreue.

Es habe keine verbindliche Vereinbarung zwischen dem Telekom-Austria-Vorstand und dem Broker Wanovits zur Zahlung einer Prämie gegeben, so der Verteidiger. Fischer habe damals an einen möglichen Auftrag oder ein Gegengeschäft für den hilfreichen Broker gedacht, aber "Wanovits hätte zu diesem Zeitpunkt nichts einklagen können". Fischer habe gemeint, "für den Fall dass Wanovits das zustandebringt, werden wir uns halt irgendwie erkenntlich zeigen".

"Das ist Untreue, selbstverständlich"

Dass Wanovits später tatsächlich eine Zahlung von 500.000 Euro aus Telekom-Geld erhielt, sei demnach eine "rechtsgrundlose" Zahlung gewesen, "das ist Untreue, selbstverständlich", meinte der Verteidiger. Dafür werde sich sein Mandant auch verantworten. "Das hat Fischer zugestanden, das tut ihm auch leid, das hat er auch zurückgezahlt", meinte Anwalt Brandstetter. Mehr könne sein Mandant nicht tun. (APA, 11.02. 2013)

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