Leberkrebs: Genetisch verändertes Virus kann Leben verlängern

11. Februar 2013, 09:57
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Wirkstoff verkleinerte in Testreihe Lebertumore - Hoffnung auf bessere Therapieoptionen bei fortgeschrittener Ekrankung

Washington - Ein genetisch verändertes Virus kann die Lebenserwartung von Leberkrebs-Patienten deutlich verlängern. 16 Patienten, die vier Wochen lang mit hohen Dosen des modifizierten Virus behandelt worden seien, hätten im Durchschnitt noch 14,1 Monate lang gelebt, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Magazins Nature Medicine. 14 Leberkrebs-Patienten einer Vergleichsgruppe, die nur niedrige Dosen des Wirkstoffs Pexa-Vec oder JX-594 erhielten, lebten hingegen nur noch 6,7 Monate.

"Erstmals in der Medizingeschichte haben wir bewiesen, dass ein genetisch verändertes Virus die Lebenserwartung von Krebspatienten erhöhen kann", sagte Mitautor David Kirn vom kalifornischen Biotherapie-Unternehmen Jennerex. Es bestehe die Hoffnung auf bessere Behandlungsmöglichkeiten bei fortgeschrittenen, massiven Tumoren. Pexa-Vec könnte Tumoren abtöten und die Entstehung neuer verhindern.

Wirksame Immuntherapien

"Trotz Fortschritten bei der Krebstherapie in den vergangenen 30 Jahren mit Chemotherapie und biologischen Wirkstoffen bleiben die meisten massiven Tumoren unheilbar, wenn sie erst einmal metastasieren", schreiben die Autoren der Studie. Deswegen würden wirksamere Immuntherapien benötigt. Pexa-Vec sei so konzipiert, dass es sich in Krebszellen vermehre und diese schließlich zerstöre. Zusätzlich bringe das Virus das Immunsystem des Patienten dazu, die Krebszellen ebenfalls anzugreifen.

Sowohl bei einer niedrigen als auch bei einer hohen Dosis Pexa-Vec war festzustellen, dass der Tumor schrumpfte und der Blutzufluss weniger wurde. Pexa-Vec wird aus dem Vaccinia-Virus (Kuhpocken-Virus, Anm.Red.) hergestellt, das auch bei der Pockenimpfung eingesetzt wurde. Laut Studie ist der Wirkstoff gut verträglich. Alle Patienten hätten ein bis zwei Tage grippeähnliche Symptome gehabt, einer habe zusätzlich unter Übelkeit und Erbrechen gelitten.

In eine breiter angelegten Studie sollen die Ergebnisse überprüft werden. Eine Testreihe mit 120 Patienten wurde bereits eingeleitet. (APA/red, derStandard.at, 11.2.2013)

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