Filmwirtschaft: "Raubkopierer" werden professioneller

11. Februar 2013, 09:50
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70 Millionen Websites bieten laut Untersuchung Zugriff auf zwei Millionen illegale Filmkopien

Laut einer Untersuchung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU) ist die Verbreitung geschützter Inhalte in den vergangenen Jahren zunehmend die Domäne für professionell vorgehende Kriminelle geworden. Im Netz sollen sich 70 Millionen Websites mit Zugriff auf über zwei Millionen illegale Filmkopien befinden.

Intransparente Strukturen

Die Betreiber der Seiten seien durch intransparente Strukturen gekennzeichnet. Dazu gehörten im Ausland registrierte Firmen, die Anmietung von Speicherkapazitäten in Ländern "mit unzureichendem Rechtsdurchsetzungsrahmen" und die Vermietung von Werbeflächen an "dubiose Dienstanbieter". Die Identität der Betreiber sei durch Anonymisierungdienste verschleiert.

Movie2k mit größtem Streaming-Angebot

Die GVU beobachte derzeit 70 aktive Online-Portale. Diese hätten 2012 die Zahl ihrer Links auf illegale Filmdownloads um 31 bis 44 Prozent gesteigert. 51 Streaming- und Download-Seiten seien im vergangenen Jahr abgeschaltet worden. Das umfangreichste Streaming-Angebot weise die Seite movie2k auf, die seit 2008 aktiv sei. Ende 2012 sei dort der Zugriff auf 24.200 Filme, 9.500 davon mit deutscher Tonspur, möglich gewesen.

Finanzierung über Glücksspiel und Erotikseiten

Movie2k werde auf Servern in Rumänien betrieben, der Name des Registrars sei nicht bekannt. Die Finanzierung erfolge unter anderem über Werbung für Glücksspiele und Erotikchats. Im Alexa-Ranking liegt die Seite aktuelle auf Platz 22 der am meisten besuchten Seiten in Deutschland. In Österreich liegt sie aktuell auf Platz 37.

Torrent.to größte BitTorrent-Seite

Von den 54 Download-Portalen im Visier der GVU hätten Ende 2012 acht Seiten den Zugriff auf über 561.000 geschützte Filmdateien geboten. Das am häufigsten besuchte BitTorrent-Portal sei torrent.to, das angeblich auf Servern auf den Seychellen betrieben werde. Wer dahinter steht, sei nicht bekannt. (red, derStandard.at, 11.2.2013)

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