Afghanische Regierung gesteht Folter von Häftlingen ein

11. Februar 2013, 06:27
12 Postings

Von Karzai eingesetzte Untersuchungskommission legte Bericht

Kabul - Die afghanische Regierung hat eingestanden, dass in den Gefängnissen des Landes Folter und Misshandlungen weitverbreitet sind. Zu diesem Ergebnis sei eine von Präsident Hamid Karzai eingesetzte Untersuchungskommission gekommen, erklärte die Präsidentschaft am Sonntag. "Laut dem Bericht der Kommission beklagte sich die Hälfte der befragten Häftlinge über schlechte Behandlung, Misshandlung und sogar Folter." Zudem sei der Zugang von Gefangenen zu ihren Anwälten "problematisch". Mögliche Schlussfolgerungen aus dem Bericht wurden in der Erklärung der Präsidentschaft nicht angekündigt.

Karzai hatte die Untersuchungskommission eingesetzt, nachdem die UN-Mission in Afghanistan im Jänner einen schockierenden Bericht vorgelegt hatte. Demnach foltern Polizei und Geheimdienst in Afghanistan trotz Bemühungen zur Eindämmung dieser Praxis weiter. Schläge, Elektroschocks, das Aufhängen an den Handgelenken und Drohungen mit sexueller Gewalt seien an der Tagesordnung, hieß es in dem 139 Seiten starken UNO-Bericht.

Derzeit schicken sich die afghanischen Behörden an, von der NATO-Schutztruppe ISAF die volle Verantwortung für Gefängnisse und deren Insassen zu übernehmen. Vor allem Präsident Karzai drängt auf die volle Verantwortung für die Häftlinge. Er bezeichnet dies als eine Frage der Souveränität Afghanistans angesichts des für 2014 geplanten Abzugs der NATO-Truppen. (APA, 11.2.2013)

Share if you care.