Betrugsermittlungen: Frankreichs Haushaltsminister entlastet

10. Februar 2013, 20:00
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Cahuzac hatte laut Zeitungsbericht kein Konto in der Schweiz

Paris - Im Zuge der Vorermittlungen wegen des Verdachts des Steuerbetrugs gegen Frankreichs Haushaltsminister Jerome Cahuzac ist der Politiker laut einem Medienbericht entlastet worden. Cahuzac habe keinerlei Konten bei der Schweizer Bank UBS seit 2006 gehabt, weder auf seinen Namen noch über ein Unternehmen, berichtete die Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" unter Berufung auf das Umfeld von Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici. Dies teilten demnach die Behörden in Bern der Pariser Staatsanwaltschaft mit, die die Vorermittlungen gegen Cahuzac führt.

"Sich auch nur eine Sekunde vorzustellen, dass die Schweizer Behörden eine Antwort aus Gefälligkeit gegeben haben könnten, ist einfach absurd", verlautete dem Bericht zufolge aus dem Finanzministerium. Cahuzac weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück, wegen der Anfang Jänner Vorermittlungen aufgenommen worden waren.

Das Enthüllungsportal Mediapart wirft Cahuzac seit Anfang Dezember vor, jahrelang ein heimliches Konto bei der Schweizer Großbank UBS besessen zu haben. Das Konto soll Cahuzac demnach 2010 geschlossen und das Geld nach Singapur transferiert haben. Das Enthüllungsportal beruft sich auf "zahlreiche Zeugenaussagen", "schlüssige Unterlagen", vor allem aber auf eine Tonaufnahme, in der eine Cahuzac zugeschriebene, aber nicht eindeutig erkennbare Stimme den Besitz eines UBS-Kontos einräumt. Mediapart-Chefredakteur Francois Bonnet hielt am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an den Vorwürfen fest. (APA, 10.2.2013)

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