Aserbaidschan bestraft Autor Ajlisli

10. Februar 2013, 18:33
posten

Akram Ajlisli wurde wegen Armenien-Freundlichkeit Ehrentitel und Staatsrente entzogen - Oppositionspolitikerin Junus: "Stalin-Methoden"

Baku - Die autoritäre Führung der Südkaukasusrepublik Aserbaidschan hat einem bekannten Autor alle Hilfen gestrichen, weil er das Nachbarland Armenien "zu freundlich" dargestellt haben soll. Im blutigen Konflikt der beiden Länder um die Provinz Berg-Karabach hatte Akram Ajlisli (75) im Buch "Steinträume" um Mitgefühl für Armenier geworben. Präsident Ilcham Alijew entzog Ajlisli daraufhin Ehrentitel und Staatsrente. Die aserbaidschanische Menschenrechtlerin Lejla Junus warf der Regierung jetzt "Stalin-Methoden" vor. Die Führung in Baku wolle Andersdenkende mundtot machen, betonte die Chefin des Instituts für Frieden und Demokratie in einer Erklärung.

"Unannehmbare Einmischung"

Kritik an dem öl- und gasreichen Land an der Grenze zum Iran kam auch von der Europäischen Union. Außenbeauftragte Catherine Ashton und Erweiterungskommissar Stefan Füle zeigten sich in einer Stellungnahme besorgt über die Festnahme eines oppositionellen Journalisten und eines Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Oktober. Das Außenministerium der früheren Sowjetrepublik wies dies zurück. Die Kritik sei eine "unannehmbare Einmischung in die Ermittlungen", sagte ein Sprecher am Sonntag in Baku örtlichen Medien zufolge. Die EU hatte das islamisch geprägte Land am Kaspischen Meer wiederholt aufgefordert, die Menschenrechte einzuhalten. (APA, 10.2.2013)

Share if you care.