Der Insidertipp

Kolumne10. Februar 2013, 18:17
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Es war schon eine beeindruckende Atmosphäre, die sich den Abfahrern am Wochenende geboten hat. 28.000 Fans lärmten in der ausverkauften Zielarena, bei der Kessleralm an der Mittelstation versammelten sich 4000 um eine Videowall. Live sahen die Fans, die für das Flair an der Piste 20 Euro bezahlten, den Abfahrer fünf Sekunden: Ein paar Augenblicke vor dem Kesslersprung - und weg war er mit 100 km/h.

Interessant waren die Sehgewohnheiten: Weil die Startintervalle wegen Schneefalls verkürzt wurden, erblickten die Zuseher zuerst den Fahrer auf der Piste, dann erst sahen sie ihn in der Wiederholung auf der Videowall starten.

Freilich nützten auch Wintersportler das Event auf der Kessleralm für einen Einkehrschwung. Und die berichteten von traumhaften Skibedingungen: nirgends anstellen, keine Menschen auf den Pisten. Womit Skifahren in WM-Orten während der Titelkämpfe ein totaler Insidertipp ist.

Die Wirte abseits der vollen Kessleralm können sich von der WM-Euphorie freilich nichts kaufen. Nur ein paar 100 Meter entfernt ist Samstagmittag beim Berggasthof Jager tote Hose. "Und das in den Semesterferien", klagt der Hüttenwirt, der wirklich viel Zeit zum Tratschen hat. Nachhaltigkeit: Von diesem Wort will er derzeit nichts mehr hören. (David Krutzler, DER STANDARD, 11.02.2013)

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