Österreich spielt olympisch Eishockey

10. Februar 2013, 17:35
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Die Überraschung ist perfekt. Österreichs Eishockeyteam hat sich für Olympia 2014 in Sotschi qualifiziert. Beim Quali-Turnier reichte ein 2:2 nach sechzig Minuten gegen den favorisierten Gastgeber Deutschland

Bietigheim-Bissingen - Stuttgart, das zwanzig Kilometer südlich von Bietigheim-Bissingen liegt, hat einiges zu bieten. Auch Heilbronn, zwanzig Kilometer nördlich von Bietigheim-Bissingen, ist ein guter Tipp. Und Bietigheim-Bissingen, das in Baden-Württemberg also genau zwischen Stuttgart und Heilbronn liegt, ist erst recht eine Reise wert. Dort kann man zum Beispiel Eishockey spielen und sich für Olympische Spiele qualifizieren. Genau das hat Österreichs Nationalteam am Sonntag getan.

Das Match gegen die Deutschen war ein echtes Finale, zuvor hatten die Österreicher gegen Italien knapp (3:2) und gegen die Niederlande klar (6:1) gewonnen. Die Deutschen mussten sich den Italienern nach Verlängerung geschlagen geben (1:2), das tat insofern etwas zur Sache, als Österreich am Sonntag ein Remis nach sechzig Minuten reichte. Mit dem 2:2 (0:1, 1:0, 1:1) kam genau dieses Unentschieden heraus. Das deutsche 3:2 in der Verlängerung tat überhaupt nichts zur Sache. Österreich ist erstmals seit Salt Lake City 2002 und insgesamt zum 13. Mal bei Olympia dabei, die Gegner dort heißen wohl Finnland, Kanada und Norwegen. Und während übrigens auch Slowenien nach Sotschi reist, sind die Deutschen erstmals überhaupt in der Quali gescheitert.

Deutschland ging in Führung, Kohl traf im Powerplay (19.). André Lakos glich per Weitschuss im zweiten Drittel aus (32.), wenig später vergab Gregor Baumgartner die große Chance auf die österreichische Führung. Das rächte sich nicht wirklich, da dem deutschen 2:1 durch Wolf (47. /Powerplay) im Schlussdrittel das 2:2 durch Markus Peintner (53.) folgte.

Auch in der Olympia-Quali für Vancouver 2010 waren sich Deutschland und Österreich gegenübergestanden, damals siegten die Deutschen in Hannover mit 2:1. Nun gelang den Österreichern die Revanche. "Wir haben vor dem Turnier gesagt, dass wir das schaffen können", sagte Österreichs Teamchef Manny Viveiros. "Unser Plan gegen Deutschland hat mit ganz wenigen Ausnahmen super funktioniert."

Österreichs Team kann sich nun auf die A-WM konzentrieren, Anfang Mai geht es in Helsinki um den Klassenerhalt. Wieder wird Österreich auf Deutschland treffen, die übrigen Gegner in einer von zwei Achtergruppen heißen USA, Frankreich, Lettland, Slowakei, Finnland und Russland. Vier erreichen das Viertelfinale, der Gruppenletzte steigt ab.

Österreich darf in Helsinki vielleicht auf Verstärkung aus der NHL hoffen. Speziell Thomas Vanek agiert derzeit in Traumform, zum 3:2 der Buffalo Sabres bei den New York Islanders steuerte er, während Michael Grabner auf der anderen Seite punktlos blieb, ein Tor und einen Assist bei. Vanek führt die Scorerliste (23 Punkte) und die Torschützenliste (11) der Liga an. Doch Sabres wie Islanders sind gefährdet, das Playoff zu verpassen. Ist ihre Saison vorzeitig zu Ende, könnten Vanek und Grabner bei der WM für Österreich spielen. Und dann wäre vielleicht auch Helsinki wirklich eine Reise wert. (fri, APA, DER STANDARD, 11.2.2013)

Deutschland - Österreich 3:2 n.V. (1:0,0:1,1:1;1:0)
SR Laaksonen/Sindler (FIN/CZE).

Tore: Kohl (19./PP), M. Wolf (47./PP), Reimer (63./PP) bzw. Lakos (32.), Peintner (53.). Strafminuten: 4 bzw. 16.

Deutschland: Zepp - Baxmann, Braun; N. Goc, Mo. Müller; Kohl, Petermann; Ebner - Ma. Müller, Hospelt, Rankel; M. Wolf, Barta, Gogulla; Kink, Schütz, Reimer; Flaake, Festerling, D. Wolf; Pietta

Österreich: Starkbaum - Trattnig, A. Lakos; Unterluggauer, F. Iberer; Altmann, Schumnig; R. Lukas - M. Raffl, Koch, Baumgartner; M. Iberer, Hundertpfund, M. Ulmer; T. Raffl, Schuller, Welser; Rotter, Oberkofler, Peintner

Niederlande - Italien 1:4 (0:1,1:2,0:1) 

Tabelle:
1. Österreich     3   2  1 11:6  7 *
2. Deutschland    3   2  1  9:5  6
3. Italien        3   2  1  8:5  5
4. Niederlande    3   0  3  3:15 0

* Österreich für Sotschi 2014 qualifiziert

  • So wie sich Florian Iberer (li.) gegen André Rankel durchsetzte, machten die Österreicher den Deutschen das Leben schwer. Zum 13. Mal wird das Team bei Olympia zu sehen sein.
    foto: epa/marijan murat

    So wie sich Florian Iberer (li.) gegen André Rankel durchsetzte, machten die Österreicher den Deutschen das Leben schwer. Zum 13. Mal wird das Team bei Olympia zu sehen sein.

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