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Ein amerikanischer Babyboomer, Jahrgang 1955, fuhr in seiner Kindheit über nagelneue Interstate-Highways. In seiner Jugend umgaben ihn amerikanische Waren, begehrt in aller Welt. Er erlebte die USA als Sieger: von der Kuba-Krise über die Mondlandung bis hin zum Systemsieg über die Sowjetunion. Er wuchs im festen Bewusstsein auf, im amerikanischen Jahrhundert zu leben.
Ein Kind aus der Zeit nach dem Kalten Krieg, zum Beispiel Jahrgang 1995, sah mit sechs die Twin Towers fallen - danach tausende Soldaten in Irak und Afghanistan. Später brach der Immobilienmarkt zusammen, dann das Bankensystem. General Motors, einst weltgrößter Autohersteller, ging pleite. Das Haushaltsdefizit explodierte, und die Arbeitslosigkeit stieg auf europäische Höhen. Der Computer, mit dem das Kind Jahrgang 1995 seine Hausaufgaben erledigt, ist in China gefertigt. Auch sein Smartphone ist "Designed in California", aber "Assembled in China"; wenigstens stammt das Betriebssystem noch von Google oder Apple. Problemlos im Auto telefonieren können die Kinder der Babyboomer deswegen längst nicht. Ständig reißt die Verbindung ab, was zwar weniger schlimm ist, als gleich samt Auto in einem Schlagloch zu verschwinden, wie kürzlich in Detroit passiert, aber ein Hinweis auf den schlechten Zustand der US-Infrastruktur.
Aber Amerika wird zurückkommen. Wie so oft in seiner Geschichte. Dafür sprechen mindestens drei Trends, die beim Abgesang auf Wirtschaft, Kultur und Politik der Vereinigten Staaten gern übersehen werden:
1. Die intellektuelle und digitale Dominanz: Die USA bleiben das intelligenteste Land der Erde. Und das mit der größten Innovationskraft. Alle internationalen Hochschulrankings werden von US-Eliteuniversitäten dominiert. Um diese herum entstehen Technologie-Cluster, die weltweit kopiert und nie erreicht werden. Auch in puncto Digitalisierung liegen die USA nach wie vor vorn. Nicht nur das Internet ist fest in US-amerikanischer Hand, siehe Google, Facebook, Amazon und eBay, sondern auch die nächste Stufe der Digitalisierung: Datenverknüpfung, Business-Analytics und Cloud Computing.
2. Die Rückkehr der Produktion: Natürlich wird China seine Stärke als Werkbank der Welt weiter ausspielen. Doch der Zenit der Produktionsverlagerung nach Asien wird bald erreicht sein. Ausgerechnet ein amerikanisches Textilunternehmen macht vor, wie eine Renaissance des Produktionsstandorts USA aussehen kann: Das Modelabel American Apparel fertigt relativ günstig und qualitativ hochwertig "Downtown L. A." und erreicht hohe Margen und Wachstum. Ebenso beeindruckend ist das Comeback der US-Autoindustrie, und die Luftfahrtindustrie kann sich kaum retten vor Aufträgen.
Auch bei Zukunfts- und Querschnittstechnologien wie Windrädern, thermischen Solarkraftwerken und Großbatterien für die Elektromobilität ist es keineswegs ausgemacht, dass die amerikanische Industrie erneut den Offshoring-Weg geht. Denn Lohnunterschiede verringern sich, und klassische Standortvorteile wie die Nähe von Entwicklung, Fertigung und Marketing werden wichtiger.
3. Demografie und individuelle Stärke: Im Jahr 2050 werden die USA voraussichtlich über 400 Millionen Bürger haben, von denen nach UN-Prognosen 25 Prozent über 60 Jahre alt sein werden. In China wird der Anteil über 30 Prozent liegen, und Europa vergreist geradezu. Amerikaner bekommen nicht nur deutlich mehr Kinder, das Land zieht zudem nach wie vor junge, ambitionierte Menschen aus aller Welt an. Amerika hat den Platz und die Offenheit, diese Menschen machen zu lassen.
Bei allen Herausforderungen an Bildungssystem und Gesellschaft: Die Vereinigten Staaten sind und bleiben ein meritokratisches Land, in dem Leistung honoriert wird. Sie waren von ihrer Gründung an eine Risikogesellschaft, was sich tief ins kollektive Selbstverständnis eingegraben hat. Das hat sicher viele Nachteile, aber in Bezug auf die Fähigkeit zu wirtschaftlichen Comebacks überwiegen die Vorteile. Ein europäischer Unternehmer, der pleitegeht, geht mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Privatinsolvenz. Danach wird er geschnitten. Ein amerikanischer kann sich nach dem Entschuldungsparagrafen "Chapter 11" entschulden und beginnt - gesellschaftlich anerkannt - von neuem.
Auf beiden Seiten des Atlantiks kommt die Krise zurzeit in einem Dreiklang daher: Schuldenkrise, Krise der Mittelschicht, Herrschaftskrise. Zwar ist auch Europa keineswegs dem Untergang geweiht, aber ich glaube, dass die Vereinigten Staaten sich zurzeit in einer besseren Position für ein politisches und ökonomisches Comeback befinden - trotz der vieldiskutierten "fiscal cliff". Die US-Amerikaner werden sich bald neu erfinden, wie sie es schon oft in ihrer Geschichte gemacht haben, und gestärkt aus der Krise hervorgehen. (Martin C. Wittig, DER STANDARD, 11.2.2013)
Martin C. Wittig ist CEO von Roland Berger Strategy Consultants.
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Der "Amerikanische Traum" basiert auf der hohen Mobilität innerhalb der amerikanischen Gesellschaft: Jeder hat - zumindest theoretisch - die Chance, durch Leistung ganz nach "oben" zu kommen. Dafür nehmen die Leute in Kauf, dass es "unten" meist eher ungemütlich ist. Wirklich gestimmt hat dieses Versprechen ohnehin nie (bestimmte Minderheiten wie etwa Schwarze waren immer benachteiligt). Aber in der modernen Wissensgesellschaft stimmt es nun gar nicht mehr, denn der Erfolg hängt stark an der Bildung – und die ist in den USA extrem teuer. Sprich: Kinder aus armen Verhältnissen haben mittlerweile sogar weniger Chancen auf sozialen Aufstieg als im "alten" Europa. Und damit wird Amerika sich auf Dauer schwer tun.
- politisch innen und aussen komplett uninteressant bzw. ideologisch widerlich.
- die paar promille "intelligenz" machens überhaupt nicht aus.
- die mehrheit wird zunehmend "unamerikanisch" wählen. person, obama ist nur der erste, und programm....
- die infrastruktur inkl. bildung ist ÜBELst.
- mit einem solch hohen budgetdefizit ein dermassen kleines hergerechnetes plus in bip zu schaffen zeigt enorme schwierigkeiten.
- mit der weiter fortschreitenden weltweiten demokratisierung brechen den US an vielen stellen "unterstützer" weg.
uam
(übrigens ist eine naheste verwandte von dort, W-küste, nach mehr als 10 jahren zurückgekehrt.....)
nicht alle komen damit zurecht, dass einem nichts auf dem Silbertablett serviert wird, und man immer nur nach dem Staat schreien muss. Viele Immigranten scheitern daran.
Die, die nicht scheitern, berichten aber übereinstimmend, dass einem beim Aufbau einer Firma, Karriere, .... dort nicht derartig viele Knüppel vor die Beine geworfen werden.
das sind halt zwei vollkommen untershiedliche gesellschaftliche ideologien. in den usa klaffen die spektren weiter auseinander, sowohl bei wohlstand als auch bei bildung.
so gut ausgebildete personen wie in den usa gibt's im rest der welt nicht, natuerlich ist die masse weniger gebildet.
in europa herrscht noch immer das giesskannenprinzip vor, da sind alle ein bissi gebildet und leute mit dem talent eines faymanns koennen bundeskanzler werden. welches system fuer die gesamtheit besser ist, werden wir ja in zukunft sehen..
Was man auch dazu schreiben sollte, dass die Auslandsinvestionen in der USA wieder stark zunehmen. Alleine die voestalpine investiert dort 1 Mrd. USD in den kommenden Jahren. Künftiges Wachstum erwartet der Konzern übrigens in Europa keines.
was ja im endeffekt einer dauer-tribut zahlung der ganzen restlichen welt an das imperium gleichkommt
erst wenn man das miteinrechnet wird einem klar wie korrupt und ineffizient dieses system, das uns so oft als erstrebenswert präsentiert wird, wirklich sein muss, um trotz dieses immensen standortvorteils trotzdem in so einer flaute gelanded zu sein
4. Die USA schaffen ein Umfeld, in dem Startups und Innovation arbeiten können, anstatt von Bürokratie, Finanzamt und dem allgemeinen Neid auf 'die Reichen' runtergezogen zu werden. Weiters:
5. Der Amerikaner ist ein fast schon unguter Optimist, während man sich in Europa lieber beklagt und drauf wartet, dass wer anderer irgend was macht, am besten der Staat.
Diese Floskel entlarvt den aus meiner Sicht hingefetzten Kommentar. Nein, die USA sind noch nicht am Ende, aber für das laut dem Kommentar "intelligentesten Land" der Erde, wo Teile der Infrastruktur mehr einem Entwicklungsland als einem Industrieland ähneln, wo das Bildungssystem ausserhalb des universitären Bereichs bestenfalls weltweiter Durchschnitt, falls überhaupt, entspricht und dank eines fehlenden/kaputten Sozialsystems Zeltstädte aus dem Boden spriessen wie man sie sonst nur von Flüchtlingscamps kennt stellt sich mir schon die Frage, wie so ein Comeback denn genau aussehen soll. Der Amerikanische Traum hat starke Sprünge gekommen, und das nicht erst seit 1995, salopp werden Traumata wie Vietnam hier gleich gar nicht erwähnt.
Was ist mit der Home-Schooling Fraktion in den USA? Sind die auch PISA-tauglich?
Infrastruktur besser als in .eu? Welcher Teil von der EU muss da als Vergleich herhalten? Beispiel Hochleistungs-Züge: in den USA -> Fehlanzeige.
Europ. Sozialsystem bröckelt, ja. In den USA wird z.B. Obamacare als Errungenschaft gefeiert (und bekämpft) das zumindest in einigen EU-Ländern Standard ist.
allein nur der Bürgerkrieg war ein echter Test für dieses Land sonst wurde es mit dem Überlegenheitspotenzial geboren und hatte s selten mit gleichwertigen Gegnern zu tun. Dank Supermacht und Spionagebonus hat es einen gewissen Vorsprung das ist alles ob das reichen wird werden wir sehen.
die haben ihr Buget zu 25 % für den II WK belastet deutschland oder Japan zu 70 % das heißt eine Bedrohung wäre nur durch eine deutsche Atombombe möglich gewesen ansonsten war das nur eines Cocain für die Wirtschaft. Welche Weltwirtschaftskrise die herrschaft der USA wurde in der Weltwirtschaftskrise nie in Frage gestellt, Krise nur für die kleinen Leute.
oder dem OÖ-Pühringer zuhören dem die Wiener MedUni noch zu weit weg ist (1,5h mit dem Zug), dann weiß man warum unsere Provinzialität und Enge des Denkens unser höchstes Handycap sind um Europa in einer Welt der neuen Großmächte neben der USA, Indien und China zu positionieren.
Wir sind viel zu saturiert und damit beschäftigt unsere Kräfte in egoistischen Verteilungskämpfen zu verschwenden um wahrzunehmen dass die größte Chance ein größerer Kuchen ist.
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