Telekom-Prozess: Teilgeständnis zum Auftakt möglich

10. Februar 2013, 18:48
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Ehemalige Vorstände der Telekom Austria sind wegen Kursmanipulation angeklagt, es drohen zehn Jahre Haft wegen Untreue

Wien - Im Straflandesgericht Wien beginnt ein erster Prozess gegen ehemalige Vorstände der Telekom Austria. Angeklagt sind sie wegen Kursmanipulation, es drohen zehn Jahre Haft wegen Untreue. Hauptangeklagter ist Ex-Festnetzvorstand Rudolf Fischer, neben ihm auf der Anklagebank sitzen Ex-Generaldirektor Heinz Sundt, sein Finanzchef Stefano Colombo, der Ex-Manager Josef T. sowie der Euro Invest-Bankier Johann Wanovits.

Kurs "gepflegt"

Letzterer wird als Beitragstäter geführt und hat bereits eingeräumt, den Kurs "gepflegt" zu haben, um einen angeblichen feindlichen Angriff auf die Telekom-Aktie abzuwehren. Davon will Sundt nichts gewusst haben, er bestreitet den Untreuevorwurf. Das Ergebnis der "Kurspflege" war ein Managerbonusprogramm über gut zehn Millionen Euro.

Vonseiten der Verteidiger der Manager hieß es zuletzt, Fischer wolle ein Teilgeständnis ablegen. Dies hätte weitreichende Folgen, weil der Ex-Festnetzvorstand auch noch in anderen vermeintlichen Korruptionsfällen im Fokus steht. Hierbei geht es um Scheinrechnungen über den Lobbyisten Peter Hochegger, der das Geld an das Umfeld der FPÖ bzw. des BZÖ zur Gesetzesbeeinflussung weitergeleitet haben soll. Es gilt die Unschuldsvermutung. (red, DER STANDARD, 11.2.2013)

derStandard.at wird live vom Prozess berichten.

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