Auch "Maria" Cipollini dürfte es erwischen

9. Februar 2013, 16:12
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Großer Sprinter gerät in den Sog der Fuentes-Affäre - Detaillierter Zeitungsbericht veröffentlicht Indizien

Rom - Einer der ganz großen italienischen Radsport-Helden droht in den Doping-Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes zu geraten: Mario Cipollini soll im Jahr 2002 von dem in die "Operacion Puerto" verstrickten und derzeit vor Gericht stehenden Fuentes EPO, Transfusionen und Hormone verschrieben bekommen haben. Das berichtete die  "Gazzetta dello Sport" am Samstag.

Das Blatt veröffentlichte eine angeblich von Fuentes verfasste Tabelle, in der die Bluttransfusionen, sowie die Spritzen mit Insulin, EPO und Wachstumshormonen angegeben sind, die Cipollini bekam. Fuentes führte den Straßen-Weltmeister von 2002 demnach mit dem Codename "Maria", oder "CP".

Die Gazetta veröffentlichte auch Dokumente, aus denen Überweisungen von Cipollini an Fuentes hervorgehen sollen. Auch die private Faxnummer des leicht exzentrischen Sprinktkaisers ist auf einer der Unterlagen zu finden. Der 45-Jährige, der 2008 seine Karriere beendet hatte, äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Seine größten Erfolge feierte Cipollini um die Jahrtausendwende, als er 17 Etappen bei der Tour de France und 42 beim Giro d'Italia gewann. 2002 folgte der Weltmeistertitiel und ein Erfolg beim Klassiker Mailand-San Remo. Laut "Gazetta" soll drei Tage davor eine Bluttransfusion erfolgt sein. Und das Blatt resümiert: "Von Super Mario zu Maria. Eine Wahrheit, die weh tut."

Fabian Cancellara hat indessen Kontakte zu Fuentes abgestritten. "Ich bin sauber. Ich werde aber nicht in Details gehen. Das würde die Story nur unnötig aufbauschen", so Cancellara. Der Schweizer war am Freitag vor der sechsten Etappe der Katar-Rundfahrt von Journalisten auf ein Interview mit entsprechenden Vorwürfen von Tyler Hamilton gegenüber cyclingnews.com angesprochen worden.

Der geständige Doper Hamilton hatte Cancellara unterstellt, in der Kundenliste von Fuentes unter dem Code-Namen "Luigi" zu fungieren. Cancellara erklärte laut velonews.competitor.com, dass man "Luigi" in Zusammenhang mit seinem früheren Trainer Luigi Cecchini bringen könnte. Cecchini genießt in Radsportkreisen wie dessen italienischer Landsmann Michele Ferrari einen zweifelhaften Ruf. Doch Cancellara versicherte nun ein weiteres Mal, dass die Zusammenarbeit ausschließlich als Trainingszusammenarbeit (von ca. 2003 bis 2007 etwa Leistungsdiagnostik) ohne Unterstützung von leistungssteigernden Substanzen erfolgt sei. (sid/APA/red - 9.2. 2013)

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    Maria? Mario?

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