Fische können riechen, wie groß ihre Artgenossen sind

8. Februar 2013, 20:50
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In Schwärmen von etwa gleich großen Exemplaren sind die Fische vor Feinden besser geschützt

Für Tiere ist die Bildung von Gruppen sehr vorteilhaft. In der Gruppe ist das einzelne Tier besser vor Raubtieren geschützt. Wenn Tiere Gruppen bilden, sehen sich Räuber einer Vielzahl von fast identischen Beutetieren gegenüber, wodurch es ihnen schwerer fällt, ein Ziel zu wählen. Fische beispielsweise formieren sich zu Schwärmen von meist gleich großen Exemplaren. "Die wichtigste Frage, die uns zu unserer Studie motiviert hat, ist: Woher weiß ein Fisch, wie groß er ist? Für Menschen ist das trivial - wir können uns auf eine ebene Fläche stellen und sehen, ob wir größer oder kleiner als unser Gegenüber sind. Oder wir können in den Spiegel schauen. Fische haben diese Möglichkeiten nicht – wie wählen sie also gleich große Artgenossen zur Schwarmbildung aus?" Diese Fragen stellten sich Ashley Ward an der University of Sydney in Australien und Suzanne Currie von der Mount Allison University in Kanada - und sie fanden überraschende Antworten: die Fische erschnuppern sich diese Informationen.

Die Wissenschafter untersuchten, welche Sinne Fische dazu verwenden, die Größe ihrer Artgenossen und ihre eigene Größe zu bestimmen. Sie studierten zwei Süßwasserfischarten, die Schwärme bilden: den dreistachligen Stichling und den gestreiften Killifisch. In einer Reihe von Experimenten setzten sie die Fische unterschiedlichen chemischen Signalsubstanzen aus. Entweder von Fischen der gleichen Art – wobei deren Größe variierte – oder einer Kontrollsubstanz, einer sogenannten 'leeren' Substanz. Chemische Signalsubstanzen werden durch die ständige Molekülabgabe von Fischen an ihre Umgebung gebildet.

Die Größe riechen

Ward fährt fort: "Wir wissen, dass der Geruchssinn bei Fischen sehr gut entwickelt ist und dass sie empfindlich gegenüber kleinen Unterschieden der chemischen Signatur sind, die andere Fische abgeben. Konnten die Fische also riechen, wie groß sie selbst sind und dies als Einschätzung für die Größe anderer Fische verwenden? Es sieht so aus."

Beide Arten von Schwarmfischen bevorzugten die chemischen Signalsubstanzen der Fische gleicher Größe gegenüber den Substanzen größerer oder kleiner Fische ihrer jeweiligen Artgenossen. Diese Ergebnisse, die im Fachjournal "Behavioral Ecology and Sociobiology" veröffentlicht wurden, legen nahe, dass die Fische in der Lage waren, ihre eigene Größe in Bezug auf die Größe anderer Fische der gleichen Art einzuschätzen – im Wesentlichen durch ihre eigene chemische Signalsubstanz als Referenzwert.

Die Fische nutzen ihre chemischen Signalsubstanzen, um gleich große Artgenossen ausfindig zu machen und mit diesen Schwärme zu bilden. Auf diese Weise irritieren sie Raubfische und optimieren gleichzeitig die Koordination und Effizienz ihrer Fortbewegung und ihrer Nahrungsaufnahme. (red, derStandard.at, 08.02.2013)


Abstract
Behavioral Ecology and Sociobiology: Shoaling fish can size-assort by chemical cues alone

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