Das Herzlichkeitsteam

Kolumne8. Februar 2013, 18:30
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Gold, Silber, Blau, Grün, Rot und Orange. Da kann ein Fan schon den Überblick verlieren. In diese Farben ist die Tribüne in der WM-Zielarena gegliedert, bis zu 28.000 Zuschauer müssen sich geordnet aufteilen.

Und da kommen hilfsbereite Menschen in grellgelben Jacken samt grünem Herz ins Spiel. "Herzlichkeitsteam" nennt sich jene 100 Mann und Frau starke Freiwilligentruppe, die Gäste durch den Ort schleust. Gertraud, die gar nicht böse ist, dass auf ihrer Jacke Gertrud steht ("Die haben sich verschrieben"), weiß aus dem Effeff, wo welche Tribüne zu finden ist. Blau wird am häufigsten nachgefragt. Da muss auch Gertraud lächeln.

Am Samstag gibt es viel Arbeit. Die Abfahrt der Herren ist ausverkauft. Man könnte auch sagen: überbucht. Denn die Organisatoren bieten Besitzern einer Karte im blauen Sektor ein "Upgrade" an, das eher einer Rückholaktion gleicht. Den Platz im Ziel kann man gegen einen Platz an der Strecke im Mittelteil eintauschen - den Eintrittspreis gibt's zurück. Schon beim Super-G der Herren am Mittwoch kamen einige Besitzer gültiger Karten nicht mehr in den überfüllten Sektor.

Gertraud wird am Sonntag im "Herzlichkeitsteam" abgelöst. Die Herzlichkeit behält sie: "Meine Enkelin kommt. Da will ich mich um sie kümmern." (David Krutzler, DER STANDARD, 09./10.02.2013)

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