Securitys eines Wiener Innenstadtlokals wegen Körperverletzung angeklagt

8. Februar 2013, 17:16
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Im Wiener Straflandesgericht bestreiten die Türsteher den Großteil der Vorwürfe

Wien - Ursula Stenzel, Bezirksvorsteherin in Wien-Innere Stadt, mag das Bermudadreieck nicht. Das beliebte Fortgehviertel würde von Horden lauter Betrunkener heimgesucht, prangert sie an. Dass sie nicht ganz falsch liegt, zeigt sich am Freitag im Wiener Straflandesgericht.

Marco F. und Christian C. sitzen wegen Körperverletzung vor Richter Christoph Bauer. Sie sollen nämlich als Türsteher in einem Innenstadtlokal Gäste etwas sehr robust aus der Gaststätte befördert haben, wirft ihnen die Anklage vor. Abgespielt haben sich die vier Fälle schon Anfang 2010, wegen bürokratischer Umwege findet der Prozess erst jetzt statt.

Angeklagte bestreiten Vorwürfe

Den Großteil der Vorwürfe bestreiten die beiden. Bei einer Massenschlägerei inklusive fliegender Gläser wollen sie Dino S. nur an der Wand fixiert und später hinausgeleitet haben. Warum dem anschließend ein Schneidezahn fehlte und er sie als Angreifer identifiziert, können sie sich nicht erklären.

Sie belasten einen anderen und bieten auch Entlastungszeugen auf. Die sagen, dieser Mann habe noch am selben Abend damit geprahlt, jemandem einen Zahn ausgeschlagen zu haben. Dieser leugnet das aber kategorisch.

Etwas unglücklich für die Anklagebehörde verläuft die Befragung des nächsten Opfers. Sascha F. soll von F. durch einen Kopfstoß verletzt worden sein. Doch das Opfer weiß nicht einmal, warum es hier ist. "Ich habe keine Ahnung, worum es geht. Wenn es dieser Abend war, da war ich ziemlich betrunken", gibt er an. Auch sein Freund kann nicht weiterhelfen: "Wirklich viel weiß ich nicht mehr, eigentlich nur, dass ich rausgeflogen bin."

Ladung weiterer Zeugen vertagt

Interessanterweise lässt der Angeklagte F., mittlerweile Pflegehelfer, bei diesem Fall aufhorchen. "Ich muss auch selten wen rausschlagen", schildert er. "Rausschlagen?", fragt die Staatsanwältin nach. "Na ja, rausschmeißen meine ich."

Nur einen einzigen Vorfall gesteht der 26-Jährige - und da war er privat in dem Lokal. "Und habe entsprechend getrunken." Zur Sperrstunde stellte er sich wieder in den Dienst, schmiss einen Gast hinaus und verprügelte ihn vor dem Lokal. Zur Ladung weiterer Zeugen wird vertagt. (Michael Möseneder, DER STANDARD, 9./10.2.2013)

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