Linux: UEFI-Bug legt Samsung-Notebooks lahm

8. Februar 2013, 14:14
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Problem mit Samsung-Treiber in Linux-Kernel immer noch nicht behoben

Ende Jänner berichtete Heise über einen Bug, der Samsung-Notebooks lahmlegen kann. Dabei soll das bloße Booten einer Linux-Distribution per UEFI die Notebooks derart beschädigen, dass die Geräte nicht mehr funktionieren. Die Ursache liegt allen Berichten zufolge an einem Treiber im Linux-Kernel, der für Samsung-Notebooks zuständig ist.

Secure Boot hilft nicht

Ein Ubuntu-User, dem das Problem aufgefallen war, informierte die Entwickler bereits im April 2012 über den Bug. Sein Notebook hat sich nach einem UEFI-Boot nicht mehr einschalten lassen. Das Gerät wurde zwar von Samsung repariert und das Mainboard getauscht, das Problem trat bei einem erneuten Boot-Versuch mittels UEFI aber erneut auf. Mittlerweile haben sich auch weitere Betroffene gemeldet, die mit anderen Linux-Distributionen dasselbe Ergebnis hatten. Betroffen sind die Modelle Samsung 530U3C, 300E5C, NP700Z7C und NP900X4C. Auch Secure-Boot schützt vor dem Schaden nicht, wie Heise weiter schreibt.

Samsung-Treiber deaktiveren

Umgehen lasse sich das Problem anscheinend nur mit dem Linux-Start über das Compatiblity Support Module. Dann hat man allerdings das Problem, dass bei einem bereits im UEFI-Modus installierten Windows keine parallele Linux-Installation über CSM möglich ist. Bei der Fehleranalyse war auch Intel-Entwickler Matt Fleming involviert. Seine Idee war es, den Samsung-Treiber bei der Verwendung von UEFI zu deaktivieren. Gemeinsam mit Samsung sollte an einem Firmware-Update entwickelt werden. Samsung-Developer sagen, dass es bereits zuvor Probleme mit dem Treiber gab.

Suche nach Störung

Der BIOS-Entwickler Matthew Garret hat herausgefunden, dass neben dem Samsung-Treiber noch weitere Komponenten verantwortlich sein könnten. Unter anderem könnten reguläre Userspace-Anwendungen für Windows das Problem hervorrufen. Er empfiehlt, alle Betriebssysteme im BIOS-Modus zu betreiben. Der UEFI-Firmware müsse man dazu anweisen, sämtliche Betriebssysteme über den Compatiblity Support Module zu booten - wie Heise anmerkt, ist ein Booten per CSM aber nicht möglich, wenn die Betriebssysteme per UEFI installiert wurden. Die Suche nach den Störungen dreht sich also etwas im Kreis.

Firmware-Update in Arbeit

Samsung sei das Problem seit Wochen bekannt, wann ein Firmware-Update folgen wird, ist noch nicht bekannt. Debian-Entwickler Steve Langasek hat indes vermeldet, dass die Samsung-Entwickler bereits größere Fortschritte bei ihren Untersuchungen gemacht haben. Entwickler, die am Treiber mitgearbeitet haben, sind sich sicher, dass das Problem nur durch ein Firmware-Update behoben werden kann. Greg Kroah-Hartman beispielsweise hat bereits beim Bekanntwerden des Bugs in seinem Google+ Profil geschrieben, dass das "Blacklisting" des Treibers die Lösung sei, er selbst habe es getestet. (red, derStandard.at, 8.2.2013)

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    Samsung arbeitet bereits an einem Firmware-Update

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