EZB will Euribor als Referenz erhalten

8. Februar 2013, 11:58
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Zuletzt hatten sich immer mehr Banken aus dem Euribor-Panel zurückgezogen

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank will verhindern, dass im Zuge des Skandals um den europäischen Referenzzinssatz Euribor immer weniger Banken an dessen Erhebung teilnehmen. Die Institute in der Eurozone würden eindringlich ermuntert, in dem für die Erstellung des Zinssatzes zuständigen Gremium zu bleiben beziehungsweise diesem beizutreten, heißt es in einer Stellungnahme der EZB, die am Freitag in Frankfurt veröffentlicht wurde. Zuletzt hatten sich mehr und mehr Banken aus dem sogenannten Euribor-Panel zurückgezogen, das den Referenzzins errechnet. Damit sinkt die Aussagekraft des Euribor, der für den Geldmarkt in Europa wichtig ist.

Angaben zu Refinanzierungskosten

In Deutschland sind an der Festlegung Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, LBBW , Helaba, NordLB und die Landesbank Berlin beteiligt. Die Deka und die BayernLB sind kürzlich aus der Euribor-Festsetzung ausgestiegen.

Ähnlich wie beim Libor, der im Zentrum des weltweiten Manipulationsskandals steht, beruht der Euribor auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. Sie melden einmal täglich die Zinsen, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Auf dieser Basis wird der Euribor-Referenzzins ermittelt, an dem sich die Preise für viele Finanzprodukte wie Hypotheken oder Tagesgeld orientieren. Der Libor ist zwar der weltweit bedeutendere Satz, in Europa spielt der Euribor jedoch für einige Produkte eine wichtigere Rolle. (APA, 8.2.2013)

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