Anlagedenken der Österreicher: "Abwarten"

8. Februar 2013, 11:16
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Denn die Attraktivität der einzelnen Anlageformen ist gesunken oder stagniert. Das Sparbuch bleibt am beliebtesten

Wien/Linz - Beim Anlagedenken der Österreicher gilt derzeit die Devise "Abwarten". Denn die Attraktivität der einzelnen Anlageformen ist gesunken oder stagniert. Auch die Zahl der als interessant eingestuften Geldanlagen ist insgesamt niedriger als früher. Das ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Spectra bei 1.000 für die Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren repräsentativen Personen.

Sparbuch am beliebtesten

Das Sparbuch bleibt zwar wegen seiner Sicherheit mit 47 Prozent Nennungen die beliebteste Anlageform der Österreicher. Doch seit 4 Jahren konstant niedrige Zinsen ließen seine Attraktivität zuletzt um 13 Prozentpunkte sinken. Das Interesse an Bausparverträgen war ebenfalls rückläufig - laut Umfrage von 47 auf 39 Prozent. Es ist aktuell so niedrig wie in den vergangenen 16 Jahren nicht mehr. Die Meinungsforscher stellen einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Regierungsbeschluss zur Halbierung der staatlichen Prämie vor ungefähr einem Jahr her.

Anlage-Renner sind nach wie vor Grundstücke und Immobilien (38 Prozent), Häuser und Wohnungen (33 Prozent) und Gold (28 Prozent). Aber diese drei Anlageformen stagnieren seit 2011 auf dem selben - wenngleich hohen - Niveau. Bei steigenden Preisen für Immobilien und einem konstant hoher Goldpreis fragten sich Leute mit Geld, ob sich damit noch Gewinne erzielen lassen. Lebensversicherungen verharren mit einer Beliebtheit von 20 Prozent auf niedrigem Niveau. Im Vergleich zu den Spitzenwerten in den Jahren 2004 bis 2006 um die 40 Prozent bedeutet das eine Halbierung.

"Wohin mit dem Geld?"

Nicht besser ist es um Fonds, Anleihen, Wertpapiere und Aktien bestellt. Diese Verlierer der Krise vor vier Jahren scheinen sich in der Einschätzung der Österreicher noch immer nicht richtig zu erholen und werden deshalb nur von jeweils zehn Prozent als geeignete Anlageform angesehen.

Die Meinungsforscher lesen aus den Daten die Ratlosigkeit "Wohin mit dem Geld?" ab. Indiz dafür sind die wenigen Mehrfachnennungen: Im Schnitt wurden zuletzt 2,54 von 14 auf einer Liste vorgelegten Anlageformen als geeignet empfunden. Im Vergleich dazu waren es 2004 bis 2006 im Schnitt 3. Der aktuelle Wert entspricht eher dem Krisenjahr 2009 mit 2,52 als geeignet eingestuften Anlageformen. (APA, 8.2.2013)

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    Das Sparbuch ist zwar immer noch die beliebteste Anlageform der Österreicher, doch auch seine Attraktivität nimmt ab.

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