Nachlese: Berlusconi verspricht vier Millionen Arbeitsplätze

8. Februar 2013, 10:13
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Ex-Premier geht auf Wählerfang und beschwört Steuerentlastungen für Unternehmen, die neues Personal einstellen

Rom - Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi setzt seine Serie von Wahlversprechen fort, um die Stimmen der unentschlossenen Wählerschaft zu erhalten. Sollte seine Mitte-Rechts-Allianz die Parlamentswahlen in zweieinhalb Wochen gewinnen, werde der Ministerrat ein Maßnahmenpaket zur Steuerentlastung für Unternehmen verabschieden, die junge Mitarbeiter anstellen, berichtete Berlusconi nach Angaben italienischer Medien. Laut seinem Plan sollen Unternehmen neue Mitarbeiter einsetzen können, ohne in den ersten Jahren Steuern und Sozialbeiträge zahlen zu müssen.

"Das wird rentabler als eine Schwarzeinstellung sein. Wenn jedes Unternehmen in Italien auch nur einen einzigen neuen Mitarbeiter anstellen würde, hätten vier Millionen neue Arbeitsplätze", erklärte Berlusconi in einem Radiointerview. In Italien sind circa 2,9 Millionen Menschen arbeitslos. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt circa 36 Prozent.

Der Medienunternehmer appellierte an die Italiener, nicht für Kleinparteien zu stimmen, wie jene, die seinen Nachfolger Mario Monti unterstützen. "Für Splitterparteien wie jene des Zentrumsblocks zu stimmen, wäre reine Verschwendung. Sie werden nämlich eine Linksregierung unterstützen", warnte Berlusconi.

"Bürger, die die politische Lage nicht gut kennen, fragmentieren die politische Landschaft auf Kosten einer einzigen Mehrheitspartei im Parlament", so der Ex-Premier. Sollte seine Mitte-Rechts-Allianz die Wahlen gewinnen, werde er sich vor allem um Verfassungsreformen bemühen. Damit sollen die Kompetenzen des Premiers ausgebaut werden. "Wir wollen dafür sorgen, dass Italien zu einem normalen Land wird, in dem man wirklich regieren kann", betonte Berlusconi.

Der Präsident der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, warnte indes vor Populismus im Wahlkampf. "Die Italiener lassen sich von leeren Wahlversprechen nicht mehr irre führen", sagte Bagnasco. (APA, 8.2.2013)

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