MetroPCS-Aktionär macht Front gegen US-Telekom-Fusion

8. Februar 2013, 08:51
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US-Investor Schoenfeld fordert Nachbesserung des Deals - 2-Prozent-Eigner will Merger auf HV ablehnen

Gegenwind aus den USA für die Deutsche Telekom: Ein Aktionär von MetroPCS will sich gegen die geplante Fusion des US-Mobilfunkanbieters mit der Telekom-Krisentochter T-Mobile USA aussprechen. Da die Bedingungen der Fusion in ihrer derzeitigen Form für MetroPCS nachteilig seien, werde P. Schoenfeld Asset Management gegen den Deal stimmen, teilte die Anlagefirma mit Sitz in New York am Donnerstag mit. MetroPCS habe als eigenständiges Unternehmen eine bessere Zukunft. Schoenfeld hält nach eigenen Angaben zwei Prozent der MetroPCS-Aktien.

Ähnlicher Fall vor einem Jahrzehnt

Schoenfeld ist in Deutschland kein Unbekannter: Vor einem Jahrzehnt versuchte er in einem ähnlichen Fall, für die Anteilseigner von Beiersdorf beim Einstieg von Tchibo mehr Geld herauszuhandeln. An der Börse löste der Brief des umtriebigen Aktionärs keine Umruhe aus: Die MetroPCS-Titel notierten unverändert.

1,5 Milliarden Dollar

Die Fusion war Anfang Oktober angekündigt worden. Allerdings steht die Zustimmung der MetroPCS-Aktionäre aus - die Abstimmung soll nach früheren Telekom-Angaben bis Ende März erfolgen. Der Bonner Konzern soll drei Viertel der Anteile an dem neuen Unternehmen halten - die bisherigen MetroPCS-Aktionäre bekommen den Rest sowie 1,5 Milliarden Dollar (1,11 Milliarden Euro) in bar.

Kontrolle abgeben

Vor allem an diesem Anteilsverhältnis nimmt Schoenfeld in dem Brief, der an die Aufsichtsgremien der Telekom und MetroPCS ging sowie im Internet veröffentlicht wurde, Anstoß. Die vorgeschlagene Aufteilung entspreche nicht dem Wert von MetroPCS. Zudem erhielten die Aktionäre des US-Regionalanbieters keine Aufschlag dafür, dass sie die Kontrolle des Unternehmens an die Telekom abgeben, erklärte Schoenfeld.

Fusion nur zweitbeste Lösung

MetroPCS ist die fünftgrößte Mobilfunkfirma der USA, die Telekom-Tochter rangiert auf Platz vier. Zusammen kämen die beiden Anbieter auf 42,5 Millionen Handy-Kunden. Für die Telekom ist die Fusion nur die zweitbeste Lösung. Eigentlich wollten die Bonner T-Mobile USA im vergangenen Jahr für 39 Milliarden Dollar (28,85 Milliarden Euro) an den Telekomriesen AT&T verkaufen. (APA, 8.2.2013)

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