Deutsche Pensionisten bereits Anfang November in Kolumbien entführt

7. Februar 2013, 21:12
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Polizei: Gesundheitliches Befinden der Brüder "gut"

Bogota/Berlin - Die beiden in Kolumbien entführten Deutschen sind nach Polizeiangaben seit Anfang November in der Hand der Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN). "Am 3. November wurden sie im Dorf Teorama nördlich von Santander verschleppt", sagte der Leiter der zuständigen Polizeieinheit, Humberto Guatibonza, am Donnerstag dem Privatsender Blu Radio. Er berief sich dabei auf nicht näher benannte "menschliche Quellen" für seine Informationen.

Vor ihrer Entführung seien die beiden 69 und 73 Jahre alten Brüder zwischen Ecuador, Kolumbien und Venezuela unterwegs gewesen, sagte Guatibonza. Als sie nach Kolumbien zurückgekehrt seien, seien sie in der Kleinstadt Teorama, rund 670 nördlich von Bogota, entführt worden. Nach den der Polizei vorliegenden Informationen gehe es den Entführten entsprechend "gut", einer von ihnen habe Gesundheitsprobleme gehabt, die "behandelt" worden seien.

 

Die Guerillagruppe hatte am Montag auf ihrer Internetseite www.eln-voces.com erklärt, bei den beiden Männern handle es sich wohl um Geheimagenten. Sie seien vor mehreren Wochen in der Region Catatumbo im Nordosten des Landes nahe der venezolanischen Grenze aufgegriffen worden. "In den Wochen seit ihrer Festnahme konnten sie ihren Aufenthalt in dem Gebiet nicht erklären", schrieb die Gruppe.

Das Auswärtige Amt bestätigte am Dienstag die Entführung von zwei Deutschen in Kolumbien. Bei den beiden Deutschen handelt es sich nach AA-Angaben um Pensionisten, die als Touristen in der Region unterwegs waren. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos forderte in einer Erklärung die Freilassung der Deutschen.

Die ELN ist die zweitgrößte kolumbianische Rebellengruppe und verfügt über etwa 2.500 Kämpfer. Sie bekannte sich auch zur Entführung von fünf Mitarbeitern einer Bergbaugesellschaft, darunter ein Kanadier und zwei Peruaner, vor rund zwei Wochen. (APA, 7.2.2013)

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