Eigenwillige Hommage an Joni Mitchell

7. Februar 2013, 17:18
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Jazzbassist Peter Herbert gastiert mit der Sängerin Ena am Freitag in Dornbirn

Der "Blue Motel Room", eines der schönsten Zimmer der Popgeschichte, ist frisch aufgeräumt. Bezogen haben ihn Jazzbassist Peter Herbert und sein Joni-Projekt. Gemeinsam mit der Sängerin Verena Pruka ("Ena") hat der erfahrene Musiker und Komponist zwölf Songs der kanadischen Singer-Songwriter-Autorität Joni Mitchell ausgewählt und dann mit den vier Streicherinnen des Koehne-Quartetts und Electronics von Wolfgang Mitterer produziert.

Die Lieder stammen größtenteils von den Alben Hejira (1976) und Wild Things Run Fast (1982), in der Bearbeitung der Folk-Pop-Rock-Songs wirken Jazz, Kammermusik und Songwriting aufeinander ein. Als "schöne Zusammenfassung verschiedener musikalischer Sprachen" betrachtet der 1960 in Bludenz geborene Peter Herbert, der viele Jahre in den USA gelebt hat und seinen Platz als einer der international gefragtesten Bassmenschen inzwischen von Paris aus pflegt, das erstaunliche Resultat.

Den meisten Mumm braucht Sängerin Ena, die sich immerhin in den direkten Vergleich mit einer Ikone stellt. Die 1980 geborene Wienerin braucht den Vergleich aber nicht zu scheuen und wirkt auch dort, wo sie sehr nah an der Vorlage intoniert, nicht epigonal.

Erschienen ist die CD Joni bei col legno, versehen mit einem Text des Vorarlberger Schriftstellers Wolfgang Mörth, der Herbert seit 1991 immer wieder literarisch begleitet. Live zu hören und zu sehen, wie Peter Herbert sein Instrument beflippt, seine Hände am Griffbrett entlang herumkrabbeln und dabei Positionen tauschen lässt, ist allerdings eine unersetzliche Dimension: "And play it cool / Play it cool / Fifty-fifty / Fire and Ice". (pen, DER STANDARD, 8.2.2013)

Spielboden Dornbirn, Färbergasse 15, 20.30

  • Präsentiert das "Joni"-Projekt live: Bassist Peter Herbert.
    foto: archiv porgy & bess

    Präsentiert das "Joni"-Projekt live: Bassist Peter Herbert.

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