Fasching von burlesk bis korrekt

7. Februar 2013, 17:18
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Club-Tipps für Innsbruck und Wien

Wer Klubkultur als Gegenentwurf zu etablierten Formen des Feierns betrachtet, darf sich zur Faschingszeit manches Mal wundern. Die Partys nennen sich dann selbst in subkulturell geprägten Nachtlokalen Ball, Karneval oder Gschnas. Das mag zwar da und dort der Ironie geschuldet sein, zeugt aber an manchen Orten mitunter auch davon, dass die Klubkultur ihren progressiven Drive irgendwo auf dem Weg durch die Nullerjahre liegen ließ.

In Innsbruck geht man es am Freitag  im Zuge des traditionellen P.M.K.-Balls mit Fifties-Rock-'n'-Roll der Live-Kapelle Los Palmeros an. DJ-Einlagen kommen von Alaska Al, John E. Flash und Fett - auch Tombola und Mitternachtseinlage müssen dort aus Gründen der ironischen Brechung sein.

Weit in die Vergangenheit rückt zeitgleich das Wirr in der Wiener Burggasse. Beim Carnival-Special des Cotton Candy Clubs ertönen unter Einbindung burlesken Textils - also wenig Textil - die Dreißiger- bis Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts.

Politisch korrektes Clubben zugunsten des Integrationshauses ist am Samstag im Ost Klub möglich. Als Ableger des tags zuvor im Wiener Rathaus stattfindenden Flüchtlingsballs gilt der sogenannte Kleine Flüchtlingsball als weniger formelle Variante. Es konzertieren Café Olga Sanchéz, Trancitiv und Vojasa. DJ Kapata serviert Balkan-Beats, Klezmer und Swing.

Ziemlich guten Humor beweist am Faschingsdienstag der Morrison Club. Im Zuge des sogenannten Gschnasings, das heuer unter dem Motto "Bedrohte Arten" steht, fungieren Patrick Pulsinger und der nie um einen höheren Schwachsinn verlegene Christopher Just auch als Moderatoren und prämieren das beste Kostüm. Electric Indigo, Patricio Salgado und eine Hand voll mehr legen auf. (lux, DER STNDARD, 8.2.2013)

 

  • 8. 2. P.M.K., Viaduktbögen 19-20, Innsbruck, 23.00
  • 8. 2. Wirr, 21.00
  • 9. 2. Ost-Klub, 19.00
  • 12. 2. Morrison, 21.00
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