Pussy Riot klagen Russland in Straßburg

7. Februar 2013, 14:01
66 Postings

Musikerinnen rufen Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an

Moskau - Die drei Musikerinnen der Punkband Pussy Riot haben Russland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagt. "Die Klage wurde nach Straßburg abgeschickt und richtet sich gegen die Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention", sagte eine Anwältin der Gruppe, Irina Chrunowa, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Die Bandmitglieder Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Maria Aljochina waren im August wegen einer regierungskritischen Aktion gegen den heutigen Staatschef Wladimir Putin zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Nur die Strafe Samuzewitschs wurde im Anschluss an den international scharf kritisierten Prozess in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.

Pussy Riot sprechen von künstlerischer Darbietung

Die drei Klägerinnen führen an, in ihrem Verfahren sei gegen die Rechte auf persönliche Freiheit, freie Meinungsäußerung und faire Prozessführung sowie das Folterverbot verstoßen worden. Die Anwälte der Frauen argumentieren, bei der Protestaktion, einem "Punkgebet" vor dem Altar der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, habe es sich um eine künstlerische und politische Darbietung gehandelt.

Sachverständige, die beauftragt waren, das bei der Aktion gedrehte Video zu beurteilen, seien im Prozess nicht angehört worden. Außerdem seien die Frauen entwürdigend behandelt worden, weil sie den Prozess eingesperrt in einen Glaskäfig verfolgen mussten. Samuzewitsch hatte bereits im Oktober eine vorläufige Klage beim Menschenrechtsgerichtshof eingereicht. (APA, 7.2.2013)

Share if you care.