Erstwahl einer Partei erhöht Wahrscheinlichkeit der Wiederwahl

7. Februar 2013, 13:18
31 Postings

Salzburger Institut: Erste Entscheidung von Jungwählern prägt ihr weiteres Wahlverhalten

Wie beeinflusst die Erstwahl das weitere Wahlverhalten? Zu dieser Frage hat das Salzburger Institut für Grundlagenforschung (IGF) eine Umfrage durchgeführt. Das Ergebnis: Hat man sich einmal für eine Partei entschieden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dieser Partei auch bei der nächsten Wahl die Stimme zu geben.

Die Probanden wurden gefragt, welcher Partei sie bei ihrem "ersten Wahlgang" - also zu Beginn der "Wählerlaufbahn" - ihre Stimme gegeben hatten. Dieses Ergebnis wurde in Bezug zur aktuellen "Sonntagsfrage" gesetzt. Die Analyse basiert auf 850 Befragten im Bundesland Salzburg, repräsentativ für die Wohnbevölkerung ab 16 Jahren (Durchführungszeitraum: November 2012, Methode: Telefoninterviews).

Fast die Hälfte bleiben ihrer "ersten" Partei treu

Die Analyse zeigt, dass 46 Prozent der Wähler, die bei ihrem ersten Wahlgang die SPÖ gewählt haben, auch bei dieser Landtagswahl wiederum die SPÖ wählen würden. 40 Prozent der ÖVP-Wähler blieben im Laufe des Wählerlebens der ÖVP treu. Jungwähler beginnen ihre Laufbahn als Wähler allerdings immer häufiger mit einer Wahlenthaltung. Diese Erfahrung führe dazu, dass man auch in Zukunft Nichtwähler bleibe.

"Die Jung- oder Erstwähler stellen zwar eine kleine Gruppe dar. Gelingt bei den jungen Wählern keine Parteienbindung bei der Erstwahl, dann lässt dieser Effekt den Stammwähleranteil noch schneller sinken. Hat sich der Jungwähler einmal für eine Partei entschieden, dann steigt die Chance auf eine Wiederwahl", erklärte IGF-Geschäftsführerin Ernestine Depner-Berger in einer Aussendung.

Obwohl Stammwähler immer weniger werden und die Wählermobilität kontinuierlich ansteige, sei die Verbundenheit mit einer Partei nach wie vor ein wichtiges Wahlmotiv. Bei der Landtagswahl in Salzburg 2009 gaben 51 Prozent der SPÖ-Wähler als eines der Wahlmotive an, "Stammwähler" zu sein, bei der ÖVP betrug der Anteil 58 Prozent. Deutlich geringer war das "Stammwählermotiv" bei den Grünen mit 35 Prozent sowie bei der FPÖ mit 33 Prozent. (red, derStandard.at, 7.2.2013)

Share if you care.