Ratingriese S&P holt sich einen Staranwalt

7. Februar 2013, 09:21
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Standard & Poor's heuert mit John Keker einen der renommiertesten US-Anwälte an, um sich gegen die US-Klage zu verteidigen

Washington - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat mit John Keker einen der renommiertesten Anwälte der USA angeheuert, um sich gegen die Klage der US-Regierung zu verteidigen. Die Berufung erfolgte auf Empfehlung eines weiteren Anwalts von S&P, Floyd Abrams. Keker war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Sein Mandantenkreis umfasst neben dem Ex-Radprofi Lance Armstrong auch den ehemaligen Enron-Manager Andrew Fastow. Die US-Regierung verklagte die Agentur diese Woche auf mehr als fünf Milliarden Dollar. S&P und andere Agenturen, so der Vorwurf, hätten riskante Wertpapiere lange mit zu guten Bonitätsnoten versehen, weil sie selbst davon profitierten.

S&P droht weiteres Ungemach. Sie habe Finanzprodukte wider besseres Wissen gut bewertet, um sich Marktanteile im Ratinggeschäft zu sichern, lautet der Vorwurf, den das US-Justizministeriums gegen die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erhebt. Erstmals wird ein Bonitätsprüfer für die Bewertung von Wertpapieren vor der Finanzkrise von der US-Bundesregierung vor Gericht gezerrt. Systematisch soll die Ratingagentur zwischen 2004 und 2007 die Bewertung von komplexen Wertpapieren zu positiv dargestellt und "wissentlich und vorsätzlich betrogen" haben.

Die Klage ist der erste Schritt in der neuen Amtszeit der Regierung von US-Präsident Barack Obama zur Aufarbeitung der Finanz- und Wirtschaftskrise. 2012 mussten eine Reihe von Großbanken insgesamt 25 Milliarden Dollar für ihre Rolle im Immobilienboom zahlen. Nun will die US-Regierung der Verantwortung der Prüfer klären. (Reuters/red, derStandard.at, 7.2.2013)

  • S&P im Rampenlicht.
    foto: reiters/mcdermid

    S&P im Rampenlicht.

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