Finanzmarktaufsicht prüft Rolle der Hypo Salzburg

6. Februar 2013, 19:24
35 Postings

Geschäfte mit Finanzabteilung des Landes könnten Großveranlagungs-Grenzen gesprengt haben

Salzburg - Die Finanzmarktaufsicht (FMA) wird die Hypo Salzburg wegen ihrer Rolle im Salzburger Finanzskandal prüfen. Das berichtet die "Wiener Zeitung". Die Hausbank des Landes war der wichtigste Partner bei den Geschäften mit der Finanzabteilung. Die Hypo verkaufte etwa der entlassenen Referatsleiterin Monika Rathgeber Wertpapiere in türkischen Lira im Barwert von 443 Millionen Euro (Stand Ende Dezember 2012), die wegen der starken Kursschwankungen ein besonders hohes Risiko für das Land darstellen.

Auf den Plan gerufen haben dürften die FMA-Prüfer Aussagen des Salzburger ÖVP-Chefs Wilfried Haslauer, der bis 2004 Vorsitzender des Hypo-Aufsichtsrats und bis 2009 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender war. Er hatte zuletzt jede Kenntnis von Einzelgeschäften dementiert. Laut der Zeitung müsste aber bei der Größenordnungen der getätigten Geschäfte der Aufsichtsrat beschäftigt worden sein. Die Bankenaufsicht will nun ermitteln, ob alle Bestimmungen eingehalten wurden.

War Genehmigung durch Aufsichtsrat nötig?

Die Salzburger Hypo - die Bank befindet sich seit 2004 mehrheitlich im Eigentum der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich - verfügte laut dem Bericht damals über ein Kernkapital von knapp 150 Millionen Euro. "Die in Frage stehenden Beträge würden die Großveranlagungsgrenzen bei weitem sprengen. Es wäre dazu also eine Bewilligung des Aufsichtsrates notwendig", schreibt die Zeitung.

Ebenfalls unter die Lupe genommen werden soll ein 320-Millionen-Euro-Geschäft zwischen Land und Hypo Salzburg. Das Land nahm bei der Bank einen Kredit in dieser Höhe auf, legte das Geld aber sofort wieder bei der Hypo an. Damit habe sich der Schuldenstand des Landes erhöht, der Bruttozinsgewinn sei aber "bei vernachlässigbaren 0,05 Prozent" gelegen. (APA, 7.2.2013)

Share if you care.