Armstrong könnte doch noch Ärger drohen

6. Februar 2013, 18:26
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Strafrechtliche Ermittlungen wegen Behinderung der Justiz sowie Einschüchterung und Manipulation

Los Angeles/Berlin - Dem ehemaligen Radstar Lance Armstrong könnten wegen seines Dopingbetrugs doch noch strafrechtliche Konsequenzen drohen. Der US-Nachrichtensender ABC berichtete am Mittwoch mit Berufung auf eine "hochrangige Quelle", dass "Bundesbeamte gegen Armstrong wegen Behinderung der Justiz, sowie Einschüchterung und Manipulation von Zeugen" ermitteln würden.

Erst am Dienstag hatte André Birotte, Bundesstaatsanwalt für Südkalifornien, erklärt, dass das medienwirksame TV-Geständnis des einstigen siebenmaligen Tour-Siegers nichts daran ändere, dass die Behörden nicht gegen ihn vorgingen. "Diese Entscheidung haben wir vor einem Jahr getroffen. Wir haben alle Ausführungen von Herrn Armstrong im Fernsehen und in anderen Medien verfolgt. Das ändert unseren Standpunkt nicht", hatte Birotte gesagt.

"Birotte spricht nicht für die gesamte Bundesregierung", zitiert ABC News die anonyme Quelle. Demnach sei der Bundesstaatsanwalt auch nicht in die angeblich laufenden Ermittlungen eingebunden.

Birotte hatte im vergangenen Jahr das Verfahren gegen Armstrong nach zwei Jahren Ermittlungen durch den Bundesagenten Jeff Novitzky ohne Ergebnis und völlig überraschend eingestellt. Angeblich auf politischen Druck hin und ohne mit den Ermittlern gesprochen zu haben.

Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur USADA und maßgeblicher Kopf hinter der Enttarnung Armstrongs als Dopingsünder, hatte dem 41-Jährigen eine Frist bis zum 6. Februar gesetzt, um mit der USADA zu kooperieren und die lebenslange Sperre möglicherweise zu reduzieren. (SID, 6.02.2013)

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