Arbeitswelten

Kolumne6. Februar 2013, 18:12
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Gendermäßig steht die Schladminger WM unter keinem guten Stern. Zuerst die unsäglichen Party-Mottos im Fan-Zelt, die erst nach einer Welle der Empörung zerknirscht zurückgezogen wurden und dennoch in schlechter Erinnerung bleiben werden. Und dann auch noch die Ungerechtigkeit auf dem Berg. 1:35,39 Minuten lang hatte Tina Maze für ihre Goldene zu arbeiten, auf dem Weg ins Ziel galt es, 49 Tore zu passieren.

Binnen 1:23,96 Minuten hatte Ted Ligety seinen Job erfolgreich erledigt, er musste nur durch 42 Tore. Hinweise auf verschiedene Strecken, Längen, Höhendifferenzen sind kleinlich.

Den ganzen Tag lang hatten die Herren in der Jury die Damen auf ihren Auftritt warten lassen, und am Ende desselben wurde 23 Läuferinnen die WM-Teilnahme verwehrt. Sämtliche 82 gemeldete Herren durften sich mehr oder weniger chancenlos den Super-G geben. Hinweise auf den im Gegensatz zum Vortag fehlenden Nebel sind beckmesserisch. Sogar die finale Tat des Letzten, des Ungarn Marton Kekesi, wurde noch im Fernsehen gezeigt. Er ließ seinen Ski im Ziel wie weiland Didier Cuche durch die Luft fliegen. Zuvor freilich hatte er sich deutlich länger plagen müssen als Tina Maze, 1:43,25 Minuten lang. Inklusive Torfehler. (Benno Zelsacher, DER STANDARD, 7.2.2013)

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