Europa hängt an einem Kabel: Mutter von UPC kauft Virgin

6. Februar 2013, 18:03
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Kampfansage gegen Medienmulti Rupert Murdoch und BSkyB

Englewood/London/Wien - 11,7 Milliarden Euro in Cash und Aktien legt der Kabelriese Liberty Global auf den Tisch, um mit Macht in den britischen Markt vorzustoßen. Der Mutterkonzern auch der österreichischen UPC übernimmt die britische TV-Kabelgröße Virgin Media. Eine der größten Übernahmen im Mediengeschäft der vergangenen Jahre und laut Reuters einer der zehn größten Kabeldeals aller Zeiten.

Der Deal gilt als Kampfansage gegen Medienmulti Rupert Murdoch und BSkyB, mit dem er das britische Abofernsehen dominiert. Liberty-Boss John Malone und Murdoch sind seit Jahren verfeindet - Malone versuchte etwa, die Kontrolle über Murdochs Medienriesen News Corp. zu erlangen. Die innige Abneigung wirkte bis nach Wien: Über Jahre konnten UPC-Kunden Murdochs Sky nicht via Kabel empfangen, weil die beiden Konzernbosse selbst in dieser Detailfrage bockten.

Liberty-Konzernmanager Mike Fries betonte Mittwoch, er sehe keinen Grund, in einen Wettbewerb mit Sky um Toprechte wie die britische Premier League zu treten. Bisher jedenfalls kann Liberty Sky-Inhalte zeigen.

Der Kabelmulti weist bisher 19,6 Millionen Kabelkunden in 13 Ländern aus, der Fokus liegt auf Europa (Karte links). Virgin steuert weitere 4,9 Millionen britische Kunden bei. Murdochs BSkyB hat 10,7 Millionen Kunden in Großbritannien. (red, DER STANDARD, 7.2.2013)

  • Liberty: Die Netze des US-Kabelriesen in Europa.
    grafik: der standard

    Liberty: Die Netze des US-Kabelriesen in Europa.

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