Justiz will wegen Verkaufs von Stronach-Schloss Reifnitz ermitteln

6. Februar 2013, 18:02
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Staatsanwalt beantragt Aufhebung der Immunität von Reifnitzer Bürgermeister Stark und FPK-Abgeordnetem Strutz - Stronach erwarb 2005 Kleinod am Wörthersee

Klagenfurt/Wien - Der Verkauf des Schlosses Reifnitz durch die Gemeinde Maria Wörth an den Milliardär Frank Stronach aus dem Jahr 2005 interessiert jetzt auch die Justiz. Sie will gegen den Bürgermeister von Maria Wörth, den FPK-Landtagsabgeordneten Adolf Stark, und andere Verdächtige ermitteln. Am Mittwoch langte ein Stark betreffender Auslieferungsantrag beim Landtagsamt in Klagenfurt ein, wie Direktor Robert Weiß bestätigte. Auch der Nationalrat erhielt Post, er soll den FPK-Abgeordneter Martin Strutz ausliefern.

Es geht um den Vorwurf der Untreue, betroffen sind neben Stark auch jene Mitglieder des Gemeinderates, die damals mitgestimmt hatten. Laut Erich Mayer, Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft, gibt es zwei Anzeigen, die sowohl den Verkauf des Schlosses als auch die Abgeltung des Rückkaufrechtes betreffen.

Stronach hatte sich beim Kauf verpflichtet, das Schloss binnen fünf Jahren in ein Hotel umzubauen, ansonsten hätte die Gemeinde das Recht gehabt, das Schloss zurückzukaufen. Dieses Rückkaufsrecht ließ sich die Gemeinde um eine Million Euro von Stronach abgelten. Laut Mayer wird Stronach in beiden Anzeigen genannt, ob nach erfolgter Auslieferung und Einleitung des Ermittlungsverfahrens auch gegen Stronach, etwa wegen Beitrages zur Untreue, ermittelt wird, wollte Mayer nicht sagen. "Die Frage wird sich dann stellen."

Luxushotel angekündigt und nie gebaut

Das Schloss Reifnitz wechselte samt 6,3 Hektar Grund um 6,4 Millionen Euro den Besitzer. Stronach kündigte ein 270-Betten-Luxushotel mit allem Drum und Dran an, das jedoch nie realisiert wurde. Im August 2011 nahm der Gemeinderat das Magna-Angebot an, das Rückkaufrecht mit einer Million abzugelten. Schon damals war dieser Deal umstritten, laut dem Grünen-Abgeordneten Rolf Holub lag der Gemeinde ein Angebot eines Investors vor, das der Gemeinde zwei Millionen gebracht hätte.

Aber auch der ursprüngliche Kauf war nicht unumstritten. Die gut 100 Euro pro Quadratmeter seien viel zu niedrig, monierten Kritiker, so erzielte ein angrenzender Grund der Bundesforste einen Quadratmeterpreis von 350 Euro. Bürgermeister Stark wies die Vorwürfe stets zurück. (APA, 6.2.2013)

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