Walfangprogramm ist seit Jahrzehnten ein Verlustgeschäft

6. Februar 2013, 17:30
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Regierung in Tokio muss der Walfang-Industrie jedes Jahr sieben Millionen Euro zuschießen

Tokio - Japans Walfangprogramm ist ein Verlustgeschäft: Es kostet die Steuerzahler des Landes nach Angaben von Tierschützern jährlich umgerechnet rund sieben Millionen Euro. Die Wal-Industrie des Landes sei seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Verlustgeschäft, erklärte Patrick Ramage vom Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) am Dienstag. Die Kosten für Einsatz und Unterhalt der Walfangflotte seien wesentlich höher als die Einnahmen aus dem Verkauf des Walfleisches.

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt ein Schlupfloch des Abkommens, indem es Wale offiziell zu "wissenschaftlichen Zwecken" jagt. Es macht aber kein Geheimnis daraus, dass das Fleisch der erlegten Tiere in Geschäften und Restaurants verkauft wird und letztlich auf dem Teller landet.

Walfleischkonsum geht seit Jahrzehnten zurück

Laut IFAW geht der Verzehr von Walfleisch in Japan seit den 60er-Jahren zurück. Das Land habe noch einen Lagerbestand von 5.000 Tonnen. Die japanische Walfangflotte war Ende Dezember erneut zur alljährlichen Jagd in der Antarktis ausgelaufen. Dort sollen bis März rund 1.000 der Meeressäuger erlegt werden.

IFAW-Sprecher Ramage forderte ein rationales Herangehen an das Thema. Es sei unlogisch, die sterbende japanische Wal-Industrie mit Millionensummen zu fördern. Stattdessen solle das Land auf Wal-Beobachtung setzen. (APA/red, derStandard.at, 06.02.2013)

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