Gründungstreffen des feministischen Frauenrates

5. Oktober 2003, 12:27
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Linz/Wien - Am 3. und 4. Oktober wird sich der feministische Frauenrat, die unabhängige Frauenlobby, in Linz konstituieren. Angesprochen sind Frauenorganisationen bzw. feministische NGOs, Vereine, Projekte, Einrichtungen, Vernetzungen, aber auch feministische Vernetzungen und Frauengruppen in gemischten NGOs sowie interessierte Einzelfrauen. In Linz sollen Frauenrätinnen mit inhaltlicher Zuständigkeit für bestimmte Politikbereiche (z.B. für Soziales, für Finanzen und Ökonomie, für Infrastruktur) gewählt werden und in Zusammenarbeit mit einer entsprechenden Arbeitsgruppe Positionen für diesen Bereich öffentlich machen bzw. weiter entwickeln.

Konzept

Das Projekt "Unabhängiger österreichischer Frauenrat" erarbeitet Konzepte für eine notwendige breite zivilgesellschaftliche frauenpolitische Lobby und damit für die vernetzte Weiterarbeit an feministisch-politischen Alternativen.

Ziel

Die frauenpolitischen (Rück-)Entwicklungen der letzten Jahre fordern ein deutliches Zeichen aller kritischen Frauenorganisationen, -einrichtungen, - gruppen und Einzelfrauen. Gleichzeitig haben die (infrastrukturellen und zeitlichen) Möglichkeiten politischer Tätigkeit innerhalb der einzelnen Organisationen stark abgenommen bzw. wurden vehement beschnitten.

Mit der Gründung eines unabhängigen österreichischen Frauenrats soll

  • zivilgesellschaftliches frauenpolitisches Engagement vernetzt werden
  • der politische Einfluss zivilgesellschaftlicher Frauenorganisationen gestärkt werden
  • die hohe Sach- und alternative Problemlösungskompetenz von Frauenorganisationen in allen politischen Bereichen sichtbar werden
  • der Forderung nach sozial- und geschlechtergerechter Politik Nachdruck verliehen werden

    Aufgaben des Frauenrats

  • Lobbying für und Monitoring politischer Maßnahmen und staatlicher Institutionen im Hinblick auf die Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit und sozialer Gerechtigkeit
  • Erstellung und Beauftragung entsprechender Expertisen und Gesetzesvorschlägen, sowie Beratungstätigkeit und Überprüfung von bestehenden Gesetzen und Gesetzesvorschlägen
  • Evaluierung politischer Maßnahmen und Abfassung entsprechender NGO-Berichte gemäß CEDAW (UN Frauenrechtskonvention)
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Initiierung von Forschungsprojekten und Kongressen

    Arbeitsweise – Selbstverständnis

    Der Frauenrat arbeitet als selbstorganisierte, unabhängige, zivilgesellschaftliche basisdemokratische Einrichtung. Die konkrete Struktur, Entscheidungsmechanismen, Gremien und Repräsentantinnen werden von den Delegierten der Trägerinnen-Einrichtungen, die den Frauenrat aufbauen, ausgearbeitet und bestimmt.

    Rechtsform

    Über eine mögliche Rechtsform, vor allem zur Regelung finanzieller Belange (Subventionsansuchen etc.) muss nachgedacht werden. Angedacht wurde bisher eine Art Frauenrats-Förderverein, dem auch Einzelpersonen als fördernde Mitglieder angehören können.

    Infrastruktur

    Der Frauenrat ist mittelfristig mit einer Minimalinfrastruktur von 3 Vollzeitmitarbeiterinnen und ein angemessenes Arbeitsbudget - inklusive der Kosten für Vernetzung (Reisekosten und Aufwandsentschädigungen für die Teilnahme an Frauenrats-Sitzungen), Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit etc. – auszustatten. Entsprechend Finanzanträge sollen an alle Ministerien gerichtet werden – da sich der Frauenrat als zivilgesellschaftliches Monitoringsgremium für alle Ministerien versteht und entsprechend arbeiten wird. (red)

  • Link
    Feministischer Frauenrat
    (mit weiteren Informationen zum Gründungstreffen)
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