Mehr Transparenz bei Fonds

5. August 2003, 14:18
posten

Neues EU-Investmentfondsgesetz bringt Verbesserungen für Anleger

Wien - Per Februar 2004 wird das Investmentfondsgesetz nach den Vorgaben der EU angepasst. Für Privatanleger bringt das einige Verbesserungen, erklärt Susanne Gstöttner, Expertin in der Schoellerbank Invest AG.

Einerseits werde es einfacher, auch in ausländische Fonds anzulegen, weil durch den "Europäischen Fondspass" eine automatische steuerliche Gleichbehandlung, in Österreich der 25-prozentige KeSt-Abzug, erfolge. Gleichzeitig wird auch Dachfonds das Leben erleichtert - auch sie können einen EU-Pass erhalten und damit mehr Liquidität generieren. Allerdings dürfen sie künftig nur mehr 20 Prozent (statt 50) in einen einzelnen Subfonds investieren, was eine bessere Risikostreuung und damit weniger Verlustrisiko bringen dürfte.

Verbindliche Standards

Strengere Eigenmittelvorschriften für Kapitalanlagegesellschaften (KAG) würden für zusätzliche Sicherheit von Fondskäufern sorgen, sagt Gstöttner, und: "Qualitätsstandards werden gesetzlich verbindlich gemacht." Damit sollte es Anlegern künftig leichter fallen, Anlagepolitik, Performance und Bruttorenditen der Fonds zu vergleichen. Auch muss künftig die laufende Gesamtkostenbelastung (Total Expense Ratio, TER) zumindest im Rechenschaftsbericht der KAG ausgewiesen werden.

Als Fortschritt im Schutz der Anleger bezeichnet Gstöttner auch die neuen Vorschriften für den Fondsprospekt, der dann verständlich über Anlagestrategien, Risikoprofil und Kostenbelastung aufzuklären hat.

Insgesamt rechnet Gstöttner mit einer Belebung der Fondsproduktpalette, weil das neue Gesetz etwa geldmarktnahen Fonds mehr Freiheiten bei der Veranlagung einräume. (DER STANDARD Printausgabe, 14.7.2003)

Share if you care.