Nach Amokfahrt in Slowenien: Steirer wegen fünf Delikten angezeigt

6. Februar 2013, 14:33
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Vom Angriff auf einen Beamten bis zu schwerer Körperverletzung

Kranj (Krainburg)/Graz - Die slowenische Polizei hat gegen einen österreichischen Autolenker, der Anfang Jänner bei einer Amokfahrt in Slowenien einen schweren Unfall verursachte, eine Strafanzeige erhoben. Dem 29-jährigen Mann aus dem weststeirischen Deutschlandsberg werden insgesamt fünf Straftaten vorgeworfen, wie die Polizeibehörde in Kranj am Mittwoch mitteilte.

Dem Steirer wird unter anderem der Angriff auf einen Beamten und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen. Dazu kommen zwei schwere Körperverletzungen sowie ein Fall von Sachbeschädigung. Laut Polizei ist beim Crash des Autolenkers, der bei einer Verfolgungsjagd mit voller Wucht gegen eine Streife prallte, ein Schaden von 45.000 Euro entstanden.

Polizisten im Krankenstand

Bei allen dem Steirer vorgeworfenen Delikten sieht das slowenische Recht Freiheitsstrafen vor. So ist zum Beispiel bei einer schweren Körperverletzung eine Haftstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren angedroht. Auf den Angriff auf einen Beamten im Dienst stehen sechs Monaten bis drei Jahre Haft.

Bei dem Zwischenfall waren zwei Beamte schwer verletzt worden, zwei weitere trugen leichte Verletzungen davon, hieß es. Drei Polizisten befinden sich nach wie vor im Krankenstand, erklärte ein Polizeisprecher. Einer der Beamten landete damals wegen einer Hirnblutung auf der Intensivstation.

Wie die Polizei feststellte, stand der 29-jährige Autolenker, der bei dem Unfall selbst verletzt wurde, nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. Auch sein Wagen war technisch einwandfrei. Im Spital in Jesenice wurde festgestellt, dass der Steirer an einer psychischen Krankheit leidet. Diese soll auch die Ursache für die Flucht des Mannes vor der Polizei gewesen sein. Am Tag nach dem Unfall war er in eine psychiatrische Anstalt in der Steiermark überstellt.

Mann flüchtete Richtung Österreich

Der Steirer entzog sich im Jänner einer Verkehrskontrolle in der Nähe von Kranj. Eine Streife wollte den BMW mit österreichischen Kennzeichen wegen "unsicherer und rücksichtsloser Fahrweise" stoppen. Der Mann flüchtete jedoch auf die Autobahn in Richtung Österreich. Während der Verfolgung, an der mehrere Streifenwagen beteiligt waren, rammte er einen Polizeiwagen. Nicht einmal eine Nagelsperre konnte den Raser aufhalten. Nach 30 Kilometer endete die Verfolgungsjagd mit einem schweren Unfall.

Bei der Autobahnausfahrt Bled/Lesce prallte der Österreicher Wagen gegen einen Polizeiwagen, der mit eingeschaltetem Blaulicht auf dem Pannenstreifen stand. Der Zusammenstoß war so heftig gewesen, dass das Streifenauto 50 Meter weit geschleudert wurde. Zwei Polizisten und zwei Polizeihunde mussten von der Feuerwehr geborgen werden. Die Tiere starben am Unfallort. (APA, 6.2.2013)

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    Nach 30 Kilometer endete die Verfolgungsjagd Anfang Jänner mit einem schweren Unfall.

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