Wii U-Grafikchip analysiert: PS4, Xbox 720 "in komplett anderer Liga"

6. Februar 2013, 13:06
46 Postings

Eurogamer analysiert GPU, Nintendo hält genaue Informationen zurück

Die Meldung mag erstaunen: Die Wii U ist bereits seit November auf dem Markt, doch bis heute hat Nintendo die genauen Spezifikationen zum eingesetzten Grafikchip nicht bekanntgegeben. Selbst Entwickler scheinen über die genauen Daten nicht offiziell informiert worden zu sein, berichtet die britische Branchenseite Eurogamer. Nach intensiver Analyse mikroskopischer Aufnahmen (von Chipworks) des verbauten Grafikchips von AMD, konnten nun einige Fragen zur tatsächlichen Leistung geklärt werden.

Spezifikationen enthüllt

Bereits bekannt war, dass der Grafikprozessor (GPU) auf AMDs RV770-Serie basiert. Durch den Vergleich mit anderen Modellen konnte festgestellt werden, dass die GPU der Wii U über 320 Stream-Prozessoren, 16 Texture-Mapping-Units und 8 Raster Operators (ROPs) verfügt. Damit ähnele die GPU der Wii U stark AMDs Radeon HD 4650/4670-Modellen, die Ende 2008 auf den Markt kamen. Allerdings verfügt der Wii U-Grafikchip über eine etwas geringere Taktung und um die Hälfte weniger Texture-Mapping-Units. 

Kein wesentlicher Leistungssprung möglich

Durch diese Erkenntnis sei laut Eurogamer sicher, dass die Wii U technisch gesehen "keinen Next-Gen-Anspruch" stellen kann. Die bereits durchgesickerten Hardware-Spezifikationen der neuen PlayStation und Xbox spielen "in einer komplett anderen Liga". Mit der rund 1,5-fachen Shader-Leistung zur Xenos GPU der Xbox 360 sei zwar eine theoretische Steigerung zur aktuellen Konsolengeneration möglich, doch sei es "höchst unwahrscheinlich", dass auf der Wii U jegliche komplexere 3D-Games mit einer höheren Auflösung als 720p laufen werden. 1080p soll indes der Standard der nächsten Konsolengeneration von Sony und Microsoft werden.

Unklarheiten

Den Nachforschungen nach gebe es nach wie vor zahlreiche Unklarheiten über den genauen Funktionsumfang der Hardware. Überraschend sei aber in jedem Fall, dass die genauen Informationen zum Grafikchip nicht eher und detaillierter zur Verfügung standen. "Die Antwort darauf ist ziemlich einfach. Diese entscheidenden Informationen waren schlicht und ergreifend nicht in Nintendos Unterlagen vermerkt, die Entwickler wurden bei der Identifikation der genauen Leistung der Hardware sich selbst überlassen.", schließt Eurogamer. Eine ähnliche Geheimniskrämerei pflegte Nintendo ebenso beim Prozessor der Konsole - der GameStandard berichtete. (zw, derStandard.at, 6.2.2013)

Links

Eurogamer

  • Das GPU-Layout der Wii U
    foto: chipworks

    Das GPU-Layout der Wii U

Share if you care.