Deutsche Grüne verärgern mit vier Euro Stundenlohn

6. Februar 2013, 11:16
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Viel arbeiten, viel Verantwortung, wenig Geld: Die Suche nach einem Praktikanten bringt den deutschen Grünen herbe Kritik ein

Die Grünen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) zeigen gerade ein Paradebeispiel im "Wasser predigen und Wein trinken". Für die kommende Bundestagswahl sucht die NRW-Spitzenkandidatin Bärbel Höhn einen Mitarbeiter. Genauer gesagt sucht sie einen Praktikanten oder eine Praktikantin. Für drei Monate und einen Lohn von 400 Euro ist die 25-Stunden-Stelle ausgeschrieben. Das macht einen Stundenlohn von vier Euro.

Pikant dabei ist, dass die Grünen in ihrem Parteiprogramm einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde fordern. Den Vorwurf der Doppelmoral mussten sich die Grünen genau deswegen anhören und ernten herbe Kritik. "Schweinelohn" kursiert als Begriff auf der Social-Media-Plattform Twitter, auch in diversen Foren auf Online-Zeitungsportalen formiert sich Protest.

Auschreibung aus Netz verschwunden

Bärbel Höhn und die Grünen rudern nun zurück, zumindest halb. Die Ausschreibung wurde aus dem Netz genommen. Auf Twitter rechtfertigt Höhn aber das Gehalt weiterhin. Lediglich das Anforderungsprofil habe nicht dem eines Praktikums entsprochen. So wurden ursprünglich selbstständiges Arbeiten, Eigeninitiative, strategisches Denken sowie die Bereitschaft zum Arbeiten am Abend und an den Wochenenden erwartet.

Es gebe auch Praktika, die gänzlich unbezahlt seien, hieß es aus der Partei zu Beginn. Außerdem sei das Praktikum ein Teil des Studiums, Ausbildung quasi. Das mag auch alles stimmen, mit dem "die anderen zahlen aber auch nicht mehr" haben sich die Grünen Deutschlands jedoch keinen Gefallen getan. Man werde das Anforderungsprofil anpassen, hieß es schlussendlich aus der Partei - an den 400 Euro Bezahlung werde sich aber nichts ändern. (rom, derStandard.at, 6.2.2013)

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    Ein-Euro-Jobs, das bieten die Grünen in Deutschland zwar nicht an. Ein Praktikum mit recht anspruchsvollem Anforderungsprofil und 400 Euro Bezahlung sorgt dennoch für Ärger.

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