Schuldenkrise verschlingt noch mehr Geld

6. Februar 2013, 08:31
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Zwei Drittel der befragten Experten gehen davon aus, dass die EU noch mehr Geld in die Hand nehmen muss, um die Krise einzudämmen

Wien - Die Schuldenkrise in Europa dürfte noch lange nicht überwunden sein - davon ist eine deutliche Mehrheit der Manager überzeugt, die am diesjährigen Wiener Wirtschaftskongress com.sult teilgenommen haben. Zwei Drittel der im Auftrag der Wiener Wirtschaftskammer und der Agentur Create Connections befragten Experten und 61 Prozent der Besucher gehen davon aus, dass die EU noch mehr Geld in die Hand nehmen muss, um die Krise einzudämmen. Nur jeder Fünfte hält die bisherigen Maßnahmen für ausreichend.

Zeichen deuten nach oben

Was die wirtschaftliche Aussichten für Österreich für die nächsten zwölf Monate betrifft, sind die Wirtschaftstreibenden zuversichtlicher als vor einem Jahr. 53 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung, aber 34 Prozent glauben, dass es ab jetzt aufwärts gehen wird - bei der Befragung vor einem Jahr glaubten das nur 13 Prozent der 154 befragten Kongressteilnehmer. Sie gehen davon aus, dass für eine wirtschaftliche Erholung in Österreich und Europa insgesamt die Zeichen nach oben deuten, allerdings wird der Rest der Welt den Alten Kontinent abhängen: Hier gehen deutlich über 40 Prozent der befragten Besucher und Experten von einer Verbesserung der Wirtschaftslage aus, mehr als ein Drittel erwartet, dass es zumindest nicht schlechter werden wird. Auch in zehn Jahren wird es Europa nicht gelingen, den Wachstumsvorsprung der BRIC-Staaten aufzuholen, sind die meisten Manager überzeugt.

Für die Zukunft der europäischen Gemeinschaftswährung sieht nur noch eine kleine Minderheit schwarz: 3,7 Prozent der befragten Besucher rechnen damit, dass es den Euro bis Jahresende nicht mehr geben wird. Vor einem Jahr waren es noch 4,6 Prozent. Rund 60 Prozent glauben, dass es zu einer weiteren Vertiefung der EU-Strukturen kommen wird.

Um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten muss Österreich viel mehr als bisher auf Bildung und Innovation setzen - diese zwei Faktoren wurden von den befragten Managern am häufigsten als wichtigste Grundvoraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes genannt. Besonders wichtig sei es, für junge Menschen, die die Pflichtschulen verlassen, eine weitere Ausbildung sicherzustellen, sagte Wiens Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank. Man habe "Informationen und Beschwerden von der betrieblichen Ebene", dass die in den Pflichtschulen geschaffenen Grundlagen für eine weitere Ausbildung oft nicht ausreichend seien, was besonders für kleine Betriebe problematisch sei. "Für die großen Betriebe ist es einfacher, weil sie aus einem großen Pool an Bewerbern die Besten auswählen können." Deshalb müsse sichergestellt werden, dass die duale Ausbildung auch in Zukunft umgesetzt werden kann. (APA, 6.2.2013)

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    Wirtschaftstreibende erwarten zwar eine Konjunkturerholung in Österreich und Europa, noch aber haben die Staaten an der Schuldenkrise zu knabbern.

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