Disney verdient trotz Umsatzanstiegs weniger

  • Während Freizeitparks boomen, kommt Disney mit seinen Kinostreifen ins Strudeln.
    foto: disney enterprises, inc., greg williams

    Während Freizeitparks boomen, kommt Disney mit seinen Kinostreifen ins Strudeln.

Der Quartalsgewinn sinkt um sechs Prozent, Gründe waren ein teurer Rechtsstreit und fehlende Erfolge an der Kinokasse

Burbank - Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember weniger verdient. Der Überschuss sei binnen Jahresfrist um sechs Prozent auf 1,38 Milliarden Dollar (1,02 Mrd. Euro) gefallen, teilte das Unternehmen nach Börsenschluss mit. Je Aktie sei das Ergebnis um vier Prozent auf 77 Cent gesunken. Hingegen stieg der Umsatz der Firma um fünf Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar (8,3 Mrd Euro).

Konzernchef Robert Iger sprach von einem "soliden Start" ins neue Geschäftsjahr. Grund für den Gewinneinbruch waren ein teurer Rechtsstreit, fehlende Erfolge an der Kinokasse, sowie höhere Kosten beim Sportfernsehsender ESPN.

Vor einem Jahr hatte Disney die Zuschauer mit der 3D-Version von "König der Löwen" sowie mit den "Muppets" gelockt. In diesem Quartal steckte der Konzern zunächst einmal viel Geld in die Vermarktung des Historien-Streifens "Lincoln". Auch die Verkäufe von Filmen auf DVD und Blu-ray schwächelten.

Internet- und Spielesparte Interactive als Cash-cow

Dafür verdiente Disney mit seiner Internet- und Spielesparte Interactive erstmals Geld. Zuvor hatte das Geschäftsfeld unter anderem wegen teuren Zukäufen bei Online-Spielen in den Miesen gestanden. Auch die Fanartikeln mit den Konterfeis der Disney-Helden waren begehrt.

Als sichere Bank erwies sich ein ums andere Mal das Fernsehen mit dem Flaggschiff ABC und den Disney-Familienprogrammen. Die Sender finanzieren sich über Werbung oder über Abogebühren. Fast die Hälfte des Umsatzes und mehr als die Hälfte des operativen Gewinns stammen von den Fernsehtöchtern.

Zweitwichtigstes Standbein sind die Freizeitparks, Ferienanlagen und Kreuzfahrtschiffe. Auch dieses Feld erwies sich für Walt Disney wieder einmal als Goldgrube, vor allem weil die Gäste bei ihren Besuchen mehr Geld ausgaben. Der Konzern unterhält neben seinen zwei großen amerikanischen Parks auch Ableger in Hongkong und Tokio. Ein neuer Park entsteht in Schanghai. Als Problemfall hatte sich immer wieder Disneyland Paris erwiesen.

Anleger waren zufrieden mit dem Abschneiden von Disney. Der Konzern übertraf die Erwartungen. Die Aktie stieg nachbörslich um drei Prozent. (APA/Reuters, 6.2.2013)

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