Tote und Tsunami nach Erdbeben der Stärke 8,0 vor den Salomonen

6. Februar 2013, 05:59
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Mehrere Dörfer zerstört, mindestens fünf Menschen kamen ums Leben

Honiara - Bei einem schweren Erdbeben und einem anschließenden Tsunami vor den östlichen Salomonen im Pazifik sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sei auch ein Kind, sagte eine Krankenschwester der Lata-Klinik auf den zu den Salomonen gehörenden Santa-Cruz-Inseln. Mehrere Personen wurden am Mittwochvormittag noch vermisst, berichtete der Regierungssprecher Robert Iroga.

An der Küste seien zahlreiche Hütten und Häuser zerstört worden. "Unser Hauptfokus ist im Moment, dass der Flughafen wieder geöffnet wird, um Hilfsmittel einzufliegen", sagte der Sprecher.

Das Beben der Stärke 8,0 ereignete sich um 1.12 MEZ in der Nähe der Santa-Cruz-Inseln. Der örtliche Rundfunk berichtete von mindestens zwei Wellen, die eine Höhe von bis zu einem Meter erreichten. Das Wasser drang 500 Meter ins Land ein.

Tsunamiwellen trafen Flughafen und Dörfer

Nach Angaben von Mitarbeitern der Hilfsorganisation WorldVision in der Nähe der betroffenen Küste wurden der Flughafen der Insel in Lata und vier Dörfer auf der Insel Nendo überspült. Laut unbestätigten Berichten wurden 100 Hütten zerstört. Einer Volksbefragung vor 13 Jahren zufolge lebten in der Umgebung 781 Familien, berichtete die Organisation.

Einzelheiten zu den Schäden seien noch unklar, da die Bewohner in naheliegende Höhenlagen geflohen seien, zitierte der Sender BBC den Regierungssprecher Iroga. "Wir habe alle Anwohner aufgefordert, in höher gelegene Gebiete zu gehen", berichtete ein Polizist vor Ort.

In der Hauptstadt der Salomonen, Honiara, die sich rund 580 Kilometer vom Epizentrum befindet, seien die Erdstöße nicht zu spüren gewesen, hieß es.

Starkes Nachbeben

Das erste schwere Beben hatte sich nach Angaben der US-Bebenwarte USGS um 02:12 Uhr MEZ zwischen den Salomon-Inseln und der nordöstlich von Australien gelegenen Inselrepublik Vanuatu im Südpazifik ereignet. Es folgte ein Nachbeben der Stärke 6,4.

Daraufhin waren Tsunami-Warnungen für mehrere südpazifische Inseln ausgegeben worden, darunter Neu-Kaledonien, Vanuatu, Nauru, Papua-Neuguinea, Tuvalu, Fidschi, Kiribati sowie für Wallis und Futuna. Die Warnungen wurden aber mittlerweile wieder aufgehoben.

Keine weitere Tsunami-Gefahr

Wenn zwei Stunden nach der erwarteten Ankunftszeit des Tsunamis keine größeren Wellen zu sehen seien, dann könnten die örtlichen Behörden davon ausgehen, dass die Bedrohung vorüber sei, sagten die Behörden. "Es gibt keine Tsunami-Gefahr für andere Küstengebiete, auch wenn es an manchen Orten kleine Anstiege des Meeresspiegels geben kann", teilte auc der US-Tsunamiwarndienst in Hawaii mit.

Ein Tsunami nach einem Beben der Stärke 8,1 im Jahr 2007 tötete zumindest 52 Menschen auf den Salomonen und ließ Tausende obdachlos zurück. Die Inselgruppe ist Teil einer seismisch sehr aktiven Zone des Pazifiks, wo es häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche gibt. (APA, 6.2.2013)

  • Nach Angaben von Mitarbeitern der Hilfsorganisation WorldVision in der Nähe der betroffenen Küste wurden der Flughafen der Insel in Lata und vier Dörfer auf der Insel Nendo überspült.
 
    foto: ap photo / world vision

    Nach Angaben von Mitarbeitern der Hilfsorganisation WorldVision in der Nähe der betroffenen Küste wurden der Flughafen der Insel in Lata und vier Dörfer auf der Insel Nendo überspült.

     

  • Die betroffenen Gebiete auf einer Karte der US-Geologiebehörde.

    Die betroffenen Gebiete auf einer Karte der US-Geologiebehörde.

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