Ahmadonaut-Nejad

Einserkastl5. Februar 2013, 18:30
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Irans Präsident hat angeboten, dass er sich als erster Iraner ins Weltall schießen lassen würde

Irans Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad, immer für Überraschungen gut, hat bei einem Treffen mit iranischen Wissenschaftern angeboten, dass er sich von ihnen als erster Iraner ins Weltall schießen lassen würde. Wahrscheinlich war das als besänftigender Beitrag zur etwas peinlichen Debatte darüber gedacht, ob denn der Aff', den die Iraner jüngst auf einen Testflug schickten, diesen auch überlebt hat: Jedenfalls handelte es sich bei dem Tier, das vor dem Flug präsentiert wurde, um ein anderes als jenes, das später als Weltraumheimkehrer gezeigt wurde.

Bis auf den Umstand, dass sie beide Affen waren, sahen sie einander nicht einmal ähnlich. Ein bedauerlicher Irrtum, versichern die Iraner, kann passieren, Affe ist Affe. Bei Ahmadi-Nejad wäre das einfacher. Bei seinem unverwechselbaren Gschau wäre kein Zweifel möglich, ob er es auch wirklich ist.

Neuerdings sind sie aber ziemlich unbotmäßig, die Iraner und Iranerinnen, man könnte sogar sagen: gemein. Wenige Minuten, nachdem das Angebot ihres tapferen Präsidenten in den Nachrichten gebracht wurde, war schon eine Facebook-Seite zur "Unterstützung der Verschickung von Ahmadi-Nejad ins All" eingerichtet. Man werde alles tun, um seinen Abflug zu gewährleisten, wird ihm darauf versprochen: Geleit bis zur Plattform, Übernahme der Spritkosten etc. Von einem großartigen Bahnhof bei seiner Heimkehr sagt aber keiner etwas. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 6.2.2013)

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