Verbrennungsspezialist übernimmt Plastische Chirurgie Graz

6. Februar 2013, 10:24
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Lars-Peter Kamolz forciert Tissue Engineering: die künstliche Herstellung von Haut- und Fettgewebematerial für rekonstruktive Eingriffe

Nach Verbrennungen, Unfällen mit abgetrennten Gliedmaßen und ausgedehnten Tumoroperationen geht es in der modernen Chirurgie darum, die ursprüngliche Form und gestörte Körperfunktionen wiederherzustellen.

Rund 3.000 solcher Eingriffe werden jährlich an der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am LKH-Uniklinikum Graz durchgeführt. Mit Lars Peter Kamolz tritt ein Spezialist für chirurgische Brandverletzten-Behandlung die Nachfolge des langjährigen Leiters, Erwin Scharnagl, an.

Rekonstruktion feinster Nerven und Gefäße

Plastisch-rekonstruktive Chirurgie korrigiert Haut und Weichteile, Muskeln, Sehnen und periphere Nerven sowie Knochen und Knorpel.

Die Experten stellen die Fähigkeit zur Mimik im Gesicht nach schweren Verbrennungen wieder her, wie sie auch abgetrennte Gliedmaßen wieder annähen, schildert der neue Abteilungsleiter: "Während alle Welt, staunt, wenn ein abgetrennter Arm replantiert wird, ist das Endglied des Fingers eines kleinen Kindes jedoch eine ungleich höhere Herausforderung für den plastischen Chirurgen. "

Der Einsatz mikrochirurgischer Techniken ermögliche die Rekonstruktion von feinsten Nerven und Gefäßen, die Replantationen abgetrennter Finger sowie den Fingerersatz. Eine der häufigsten durchgeführten Eingriffe ist die Brustrekonstruktion nach einer Brustkrebsoperation. Hier stünden mittlerweile unterschiedliche Verfahren und Techniken zur Verfügung.

Tissue Engineering

Drei Jahre lang leitete Kamolz die Intensivstation für Schwerbrandverletzte am Wiener AKH und befasste sich somit mit dem größten und empfindlichsten Organ des Menschen - der Haut. Dementsprechend gilt sein wissenschaftliches Hauptinteresse der Verbrennungsbehandlung, dem Tissue Engineering, der künstlichen Herstellung von Haut- und Fettgewebematerial für rekonstruktive Eingriffe.

"Wir sind in Graz auch in der Entwicklung neuer therapeutischer Strategien sehr aktiv beteiligt und arbeiten grundlagenwissenschaftlich und in der klinischen Forschung in nationalen und internationalen Kooperationen", schilderte der Mediziner, der Mitte März seine Antrittsvorlesung an der Grazer Medizinischen Universität halten wird. (APA/red, 6.2.2013)

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