Gentherapie gegen Schwerhörigkeit funktioniert

11. Februar 2013, 11:39
posten

Zumindest bei Mäusen zeigte eine Injektion mit konstruiertem Genstrang Erfolg: einige Haarzellen waren nachgewachsen

Chicago - US-Wissenschafter äußerten die Hoffnung, dass in naher Zukunft eine Gentherapie für vererbliche Schwerhörigkeit zur Verfügung stehen wird. Versuche mit Mäusen hätten Erfolge im Kampf gegen das sogenannte Usher-Syndrom gezeigt, berichteten die Forscher in der Zeitschrift "Nature Medicine". Beim Usher-Syndrom geht Schwerhörigkeit oft mit Blindheit einher. Die Wissenschafter konzentrierten sich in ihren Untersuchungen auf ein USH1C genanntes Gen. Dieses kontrolliert ein Protein namens Harmonin, das für die Haarzellen im Innenohr wichtig ist. Haarzellen reagieren auf Schall und leiten diese Signale an das Gehirn weiter.

Haarzellen nachgewachsen

Bei einem bestimmten Typ des Usher-Syndroms produziert eine fehlerhafte Version des Gens USH1C eine verkürzte Form des Harmonin. Die Wissenschafter von der Rosalind-Francklin-Universität für Medizin und Wissenschaft in Chicago konstruierten deshalb einen Genstrang, der diese fehlerhafte Version des Gens ausschalten soll. Dieser wurde jungen Labormäusen injiziert, die aufgrund genetischer Manipulation am Usher-Syndrom litten. Das Gehör der Mäuse verbesserte sich dadurch, auch ihr durch den Defekt gestörtes Gleichgewicht wurde verbessert. Obduktionen zeigten, dass bei den Tieren einige Haarzellen nachgewachsen waren.

Dies wecke die Hoffnung, das Usher-Syndrom bei Menschen frühzeitig behandeln zu können, erklärten die Wissenschaftler. Sie betonten aber, die Forschungen befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium. (APA/red, derStandard.at, 11.2.2013)

Share if you care.