Anschlag auf Israelis: Bulgarien beschuldigt Hisbollah

5. Februar 2013, 17:42
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Schiitische Miliz soll Attentat in Burgas finanziert haben - USA fordern von EU verstärktes Vorgehen gegen Hisbollah

Burgas/Jerusalem - Der bulgarische Innenminister Zwetan Zwetanow hat am Dienstag erklärt, dass es begründete Annahmen gebe, dass die radikalislamische schiitische Hisbollah-Miliz den Bombenanschlag in Burgas am 18. Juli 2012 finanziert habe. Zwei Personen, die von den bulgarischen Behörden verdächtig werden, den Selbstmordanschlag in Burgas mitorganisiert zu haben, seien eindeutig identifiziert worden. Das gab Zwetanow nach der Sitzung des Sicherheitsrates beim Präsidenten in Sofia bekannt.

"Verdächtigt werden drei Personen, die sich in Bulgarien mit gefälschten Personalpapieren und Führerscheinen aus dem US-Bundesstaat Michigan aufgehalten haben. Wir wissen ganz genau, wann und wo sie eingereist sind", wird Minister Zwetanow von der bulgarischen Nachrichtenagentur Fokus zitiert. Zwei der Verdächtigen seien identifiziert worden. Es handle sich um Personen mit australischem und kanadischem Pass. "Seit 2006 leben sie im Libanon", erklärte Zwetanow. Ihm zufolge wurden die gefälschten Führerscheine im Libanon angefertigt.

"Sie reisten nach Europa, einschließlich nach Bulgarien, mit ihrer wahren Identität", fügte der Innenminister hinzu. Die Verdächtigen hielten sich vom 28. Juni bis zum Tag des Anschlags am 18. Juli 2012 in Bulgarien auf. Zwetanow erklärte noch, dass die Fahndung des Anschlags weiter geht und noch nicht zu Ende sei. Zuvor hatte die Washington Post in ihrer Onlineausgabe zwei westliche Diplomaten zitiert, für den Selbstmordanschlag auf dem Flughafen in Burgas werde ein australischer Staatsbürger verdächtigt.

Sechs Menschen in den Tod gerissen

Am 18. Juli 2012 sprengte sich ein als Tourist getarnter junger Mann in einem Reisebus mit israelischen Urlaubern in die Luft. Die israelischen Touristen waren gerade am Flughafen Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste von Tel Aviv kommend gelandet und hatten den Bus am Vorplatz des Terminals für den Weitertransport in das Feriendorf Sonnenstrand bestiegen. Bei dem Bombenanschlag kamen fünf israelische Touristen und der bulgarische Busfahrer ums Leben.

Laut der Zeitung "Dnevnik" war die erste Fassung der Mitteilung des Innenministers, dass der Anschlag aus einem Land kommt, wo Hisbollah militärische Stützpunkte hat. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte bereits wenige Stunden nach dem tödlichen Anschlag gesagt: "Alle Anzeichen deuten auf den Iran hin." 

USA fordern verstärktes Vorgehen gegen die Hisbollah

Die USA haben angesichts der Erklärung von Europa ein verstärktes Vorgehen gegen die libanesische Hisbollah-Miliz gefordert. Die europäischen Staaten müssten "proaktiv" vorgehen und die Infrastruktur, die Finanzierungswege und operationellen Netzwerke der radikal-islamischen, schiitischen Hisbollah aufdecken, erklärte der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, am Dienstag.

Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu forderte die EU am Dienstag auf, die "Konsequenzen aus der wahren Beschaffenheit der Hisbollah" zu ziehen. "Der Anschlag von Burgas war ein Angriff auf europäischem Boden gegen einen Mitgliedstaat der Europäischen Union", ließ Netanjahu über sein Büro mitteilen. Israel erwarte, dass die Europäer daraus "die Konsequenzen ziehen", erklärte Netanyahu mit Blick auf die israelische Forderung an die EU, die pro-syrische und pro-iranische Hisbollah als Terrororganisation einzustufen. (APA, 5.2.2013)

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