Experten vermissen Helm beim Rodeln

5. Februar 2013, 14:21
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Initiative "Große schützen Kleine": Bei nahezu jedem vierten Rodelunfall treten Kopfverletzungen auf, doch nur sieben Prozent der Kinder tragen einen Helm

Beim Wintersport verletzen sich österreichweit jährlich rund 11.000 Kinder so schwer, dass sie ins Spital gebracht werden. Neben Prellungen, Verstauchungen und Brüchen stehen Kopfverletzungen ganz oben.

An die 4.100 Kinder wurden in den vergangenen drei Wintern an der Grazer Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie behandelt - rund 660 hatten sich beim Wintersport verletzt.

Dramatische Verletzungen beim Rodeln

Wie eine Analyse zutage förderte, geschehen beim Rodeln im Vergleich zum Snowboarden und Skifahren zahlenmäßig zwar weniger Unfälle, die Verletzungen sind jedoch dramatischer: Während beim Skifahren und Snowboarden der Kopf zu rund 95 Prozent unversehrt blieb, traten bei nahezu jedem vierten Rodelunfall Kopfverletzungen auf. Eine mögliche Erklärung sehen die Grazer Experten bei der niedrigen Helmtragequote bei dieser Wintersportart.

Gerade die Gefahr für den Kopf würde von Eltern vor allem beim Rodeln unterschätzt, warnt die Grazer Organisation "Große schützen Kleine". Die Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft in Österreich lässt ihre Kundenbetreuer demnächst in Kooperation mit der Organisation zu Beratern in Fragen der Kindersicherheit ausbilden.

"Wie wir von unseren Studien wissen, tragen auf der Piste bereits rund 80 Prozent der Kinder bis 14 Jahre einen Wintersporthelm. Großen Nachholbedarf gibt es allerdings beim Rodeln", schilderte Michael Höllwarth, Emeritus an der Grazer Klinik und Präsident von "Große schützen Kleine". Nur sieben Prozent tragen einen Helm: "Hier gibt es in den letzten sechs Jahren überhaupt keine Entwicklung."

Eislaufen: Rund 20 Prozent Kopfverletzungen

Gefährdet seien vor allem Kinder ab zehn Jahren: Sie sind rasanter unterwegs und bevorzugen oft Waldwege. Wegen der Gefahr des Abkommens von der Bahn, eines Sturzes in den Wald oder von Kollisionen mit festen Hindernissen sei der Helm auf alle Fälle anzuraten, so Höllwarth. Grundsätzlich gelte für Kinder bis 15, die mit ihrem Schlitten auf einer österreichischen Piste fahren, die Helmpflicht, wurde betont.

Mit rund 20 Prozent sei die Kopfverletzungsrate auch beim Eislaufen sehr hoch. Sie lag allerdings in den Jahren zuvor schon bei 35 Prozent. Hier sehen die Grazer Experten einen Zusammenhang mit der Zunahme an Helmträgern auf - immer noch bescheidene - 25 Prozent. (APA/red, 5.2.2013)

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    Bei nahezu jedem vierten Rodelunfall treten Kopfverletzungen auf, doch nur sieben Prozent der Kinder tragen laut aktueller Studien beim Rodeln einen Helm.

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