Rauriser Literaturpreis geht an Matthias Senkel

5. Februar 2013, 13:11
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Rauriser Förderpreis geht an Renate Silberer - Erstes Programm unter neuer Intendanz steht unter dem Motto "Lebenswege"

Rauris - Der mit 8.000 Euro dotierte Rauriser Literaturpreis 2013 geht an den deutschen Autor Matthias Senkel für seinen Debütroman "Frühe Vögel". Das gab die Leiterin der Salzburger Kulturabteilung, Monika Kalista, am Dienstag bei der Programmpräsentation für das renommierte Literaturfest bekannt, das heuer vom 3. bis 7. April zum 43. Mal stattfinden wird und unter dem Motto "Lebenswege" steht.

"Frühe Vögel" sei "ein sagenhafter Schelmen-, ein historischer Bildungs-, ein fragmentarischer Künstler- und ein aufregender Abenteuerroman" heißt es in der Begründung der Jury. Der Autor erzählt darin eine Familiengeschichte, die eng mit der Geschichte der Luft- und Raumfahrt verwoben ist. Der diesjährige Rauriser Förderpreis in der Höhe von 4.000 Euro geht ebenfalls an ein Werk, in dessen Zentrum eine Familie steht: Die gebürtige Oberösterreicherin Renate Silberer erhält ihn für ihren Text "Linie Linkshand sucht das Reh". Die beiden PreisträgerInnen werden bei der Eröffnung der Literaturtage am 3. April aus ihren Werken lesen.

Eine schöne Fügung

Dass beide PreisträgerInnen sich mit Lebensgeschichten auseinandersetzen, sei eine schöne Fügung, die gut zum Thema der heurigen Veranstaltung passe, meinte Manfred Mittermayer, der gemeinsam mit der Germanistin Ines Schütz seit heuer für das Programm verantwortlich zeichnet. "Lebensgänge in den unterschiedlichsten Konstellationen haben Konjunktur", sagte Mittermayer. Wie unterschiedlich die Zugänge zum biografischen Genre in Format, Stil und Thematik sein können, zeigen die AutorInnen, die in Rauris zu Gast sein werden.

Der in Innsbruck lebende Christoph W. Bauer wird am 4. April aus seinem neuen Buch "Die zweite Fremde" lesen. Er zeige darin zehn jüdische Lebensbilder und ihren Versuch, im Exil heimisch zu werden, berichtete Schütz. Die Oberösterreicherin Anna Weidenholzer erzähle die Lebensgeschichte einer an den Rand der Gesellschaft gedrängten Frau. Walter Kappacher liest am 5. April aus seinem 2009 erschienenen Roman "Der Fliegenpalast", in dem der alternde Hugo von Hofmannsthal an einen Ort seiner Kindheit zurückkehrt. Ursula Krechel, die den Deutschen Buchpreis 2012 für "Landgericht" erhalten hat, wird ebenso nach Rauris kommen wie Trakl-Preisträgerin Elke Erb, Michael Köhlmeier oder Marion Brasch, die in "Ab jetzt ist Ruhe. Roman meiner fabelhaften Familie" in die ehemalige DDR entführt.

Neuer Spielort

Die neue Intendanz hat auch einen neuen Spielort gefunden: Bei "Rauris.Mitternacht" wird der Schriftsteller Bodo Hell in der Michaelskapelle in einer Performance mit Musik 34 Nachrufe auf AutorInnen als Schlaglichter präsentieren. Weitergeführt werden die "Gespräche über Kindheit" mit der ehemaligen Intendantin Brita Steinwendtner sowie die Angebote für Schulen. Neu ist ein Freundeskreis der Literaturtage, der mit Spenden das Festival fördern soll. (APA, 5.2.2013)

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